Rezensionen

Brett Dennen – Hope For The Hopeless

Gibt es eigentlich so etwas wie einen Wettbewerb um den Titel der männlichen Version von Alison Sudol (besser bekannt als A Fine Frenzy)? Wissen wir auch nicht so genau, allerdings scheint der Kalifornier Brett Dennen sich anzuschicken, eben diesen Titel zu erlangen. Wie A Fine Frenzy spielt er sommerliche Pop-Songs mit einem gewissen Hang zur Melancholie, beide kommen aus dem Sonnenstaat Kalifornien und haben ihre auffällig roten Haare als Markenzeichen. Weitere Gemeinsamkeit, beide möchten Hoffnung geben. Alison rein dem Titel nach mit dem Song „Hope For The Hopeless“ auf ihrem Debüt „One Cell In The Sea„, Brett gleich mit einem ganzen Album, das er so benannt hat.

Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, während sich A Fine Frenzy nämlich auf leichte Pop-Songs konzentriert, die vor allem von starken Klavier-Melodien und ihrer Stimme getragen werden, arrangiert Brett Dennen seine Songs rund um sein sanftes Gitarrenspiel. Dabei bedient er sich in der Folk-Musik und klingt nach Lagerfeuer-Romantik und lauen Sommernächten. Kaum verwunderlich, schließlich hat er diese als Betreuer eines Pfadpfinderlagers tief verinnerlicht und quasi zu seinem Berufsbild erkoren. So sind dann auf „Hope For The Hopeless“ elf luftig leichte Folk-Pop-Songs versammelt, die auch Jack Johnson, Jason Mraz, und John Mayer gut zu Gesicht stünden. Die beiden Letzteren sind zudem auch voll des Lobes für Dennen und outeten sich unlängst als große Fans des Rotschopfs. Verständlich, schließlich springt einen der 70ies Charme von Dennen’s Musik förmlich an und lädt zum gemütlichen schwelgen ein. Mit enorm zeitlosem Sound-Gerüst aus akustischer Gitarre, soulig angehauchtem Gesang, Hammond-Orgel und sanft geschlagenen Drums hat Dennen es auch verstanden eingängige sommerliche Folk-Pop-Songs zu schreiben. Ein entscheidender Unterschied zu Alison Sudol, um darauf einmal zurück zu kommen, ist dass die Songs eine gewisse Eigenständigkeit, oder einprägsame Note vermissen lassen, so dass sie eben so schnell weider vergessen sind, wie sie sich ins Ohr geschlichen haben. Für diesen Sommer scheint Dennen aber wie gemacht und so wird man ihn sicher nicht nur in Starbucks-Filialen zu sehen bekommen, denn wer Mandy Moore im Video hat, der hat quasi schon gewonnen. Mit dem vielleicht bald folgenden starken Radio-Airplay haben wir dann auch wieder eine zusätzliche Gemeinsamkeit zu Alison Sudol, deren Hit „Almost Lover“ lief im letzten Sommer im Radio nämlich auch rauf und runter.

Rating: ★★★☆☆
Brett Dennen

Video zu „Make You Crazy“

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