Rezensionen

Boy & Bear – Harlequin Dream

Boy & Bear - Harlequin Dream

Für die Australier von Boy & Bear gibt es in diesem Jahr gleich zwei Gründe zu feiern. So feiert die in den letzten Jahren auf ein Quartett geschrumpfte Band nicht nur ihr fünfjähriges Bestehen, sondern auch den Release ihres zweiten Albums „Harlequin Dreams“. Okay, genau genommen erschien das Album bereits im letzten Jahr in ihrer Heimat und stand dort dem Erfolg des Debüts „Moonfire“, mit dem die Band seinerzeit Platz 2 der australischen Charts erreichte und als beste Band beim australischen Musikpreis ausgezeichnet wurde, in Nichts nach. Vielmehr setzte die Band noch eins drauf und erreichte nun Platz 1 der Charts. Mit dem Album hat sich die Band bewusst vom Folkrock des Debüts entfernt und etwas poppigere Pfade der Folkmusik erschlossen. Kein Wunder, wenn man ständig Vergleiche mit Mumford & Sons hört, muss sich ganz klar irgend etwas tun, schließlich hat man als Band ja einen gewissen Stolz. Die Songs für „Harlequin Dream“ sind größtenteils auf Tour entstanden. Produziert wurde es von Wayne Connolly und gemischt von Phil Ek (der bereits mit Band Of Horses und Fleet Foxes arbeitete). So vermitteln auch alle Stücke den Spirit des Unterwegsseins verbunden mit einer wunderbaren Leichtigkeit und Weite im Sound.

Stimmlich ruft Frontmann Dave Hosking Erinnerungen an die Gesangslinien der Fleet Foxes hervor und beim Sound bedient sich die Band nun fröhlich im Americana-, Folk- und Pop-Baukasten und erschaffen auf diese Art Stücke mit denen sich wohl sowohl alte Fleetwood Mac Fans, als auch Fans des heutigen Indie-Folk anfreunden können. Das bedeutet, Boy & Bear klingen verdammt amerikanisch und besitzen ein gutes Gespür für Hits. Das macht meist ziemlich Laune und mündet in Sounds, die nach Sonnenschein und Sonntagsspaziergang im Park klingen. Manchmal wird es aber dann doch etwas kitschig, wenn die Band sich beispielsweise im Titeltrack zu einem ausgewachsenen Saxophon-Solo hinreißen lässt oder in „Bridges“ etwas viel Schmalz einfließen lässt. Songs wie das mitreißend erzählte und dicht instrumentierte „Three Headed Woman“ und die abwechslungsreich zelebrierte Ballade „Back Down the Black“, in der die Band gekonnt zwischen lauten und leisen Momenten wechselt, entschädigen jedoch für die etwas kitschigeren Momente und machen „Harlequin Dream“ zu einem spannenden und sehr hörenswerten Folk-Pop-Werk, mit dem Boy & Bear gern auch wieder weltweit Erfolge einfahren dürfen.

Boy & Bear auf Deutschland-Tour

2. März 2014, Hamburg, Knust
3. März 2014, Berlin, Lido
7. März 2014, Köln, Gebäude 9

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