Rezensionen

Born Ruffians – Red, Yellow, Blue

Das Label Warp-Music ist inzwischen bekannt für innovative Signings und nicht mehr nur für Dancemusik aus England, z.B. waren sie die ersten, die das Talent von Maxïmo Park entdeckt und frühzeitig gefördert haben. Seit kurzem tummeln sich hier auch die Kanadier der Born Ruffians und machen mit energischem Indierock / Weirdopop auf sich aufmerksam.

Auf ihrem neuen Album „Red, Yellow and Blue“ klingen sie dann aber am Anfang so gar nicht nach Raufbolden, sondern scheinen sich erst einmal in Stimmung bringen zu wollen. Pfeifen ein wenig, hinterlegt von ein paar Beats und nachfolgendem Singsang, mehr eigentlich ein langes Intro, als ein Eröffnungstrack. Aber das machen sie schnell wieder wett mit einigen energiegeladenen Nummern mit vielen Oohohohos, Ahahahas und noch viel mehr stimmlichen Dehnübungen, verpackt in ein frickeliges Soundkleid, aus zackigen Gitarren, marschierenden Drums und treibenden Bässen. Beeindruckend vor allem, mit welchem Tempo Luke Lalonde hier teilweise die Lyrics raushaut ohne sich zu verhaspeln. Wie dieser zweite Track „Barnacle Goose“ gestaltet sich dann auch ein Großteil des Albums. Absolut tanzbarer Weirdopop, bei dem mit dem Einsatz weniger Instrumente zackige Soundgebilde geschaffen werden, höchst eingängig und unterhaltsam und völlig anders als Genrekollegen, wie etwa Wolf Parade, eben durch Lukes doch recht ungewöhnlichem Gesang. Erwähnenswert auch die ruhigeren Nummern, die einem immer ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können, denn mit jedem Hören erkennt man ein neues Detail im verschrobenen Soundkleid, das einen weiter fesselt. Schön zum Mitgrölen dann auch noch der Song „Kurt Vonnegut“, benannt nach dem im letzten Jahr verstorbenen Autor. Schönes Debütalbum mit witzigem, zackigem Weirdopop, nach dem Hören auch ganz klar, dass so ein Trio nur aus Kanada kommen kann.

Video zu „I Need A Life“

httpv://www.youtube.com/watch?v=L9dP51_WssU

Myspace der Band

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