Rezensionen

Bored Nothing – Some Songs

Bored Nothing - Some Songs

Geelong ist die zweitgrößte Stadt im australischen Verwaltungsbezirk Victoria, liegt direkt an der Port-Phillip-Bucht, hat 144.000 Einwohner und ist nur 75 km von Melbourne entfernt. Der Ost genießt sicherlich nicht gerade Weltruhm doch hat sie mit dem Polarforscher Bertram Armytage und den Schauspielerinnen Caitlin Stasey und Portia de Rossi bereits ein paar bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht.

Der Australier Fergus Miller schickt sich seit 2011 an, ähnliches zu tun, zwar zog er dafür nach Melbourne, doch wird er natürlich immer Sohn der Stadt sein. Mit seinem Debüt als Bored Nothing, das er kurzerhand ebenfalls „Bored Nothing“ taufte machte er 2012 das erste Mal weltweit auf sich aufmerksam.

Nur auf einem Vierspurrekorder und in Eigenregie aufgenommen bot das Album verträumte DIY-Sounds mit einer ganz eigenen Mischung aus aus traditionellen Singer-Songwriter Sounds und fuzzigen Klängen aus Shoegaze und Dreampop, die zu Vergleichen mit Elliott Smith, Silversun Pickups, Teenage Fanclub und My Bloody Valentine führten.

Mit „Some Songs“ veröffentlichte Miller nun auch sein zweites Album als Bored Nothing. Dafür begab er sich erstmals auch in ein richtiges Studio, also zumindest für ein paar der Stücke des Albums, die meisten nahm er wieder daheim mit einem Acht-Spur-Rekorder auf. Insgesamt ist das Songwriting nun noch ausgereifter, es gibt poppigere Melodien und die Strukturen der Stücke sind deutlicher, ihr Profil geschärfter. Teils gibt es nun auch rasantere Tempowechsel und sogar eine E-Gitarre ist ab und zu zu hören. Stimmlich ähnelt Miller nun noch mehr seinem großen Vorbild Elliott Smith und erzählt genau wie dieser vom Scheitern und Triumphieren der Liebe, von den Kleinigkeiten im Alltag, die das Leben erst lebenswert machen und von den großen Dingen, die man teils viel zu wichtig nimmt. Zusammen mit der geschickten klanglichen Mischung aus klassischen Singer-Songwriter Elementen und fuzzigen DIY-Sounds ergibt das ein Album, das mit seiner relaxten Grundhaltung ein wenig Sonne in den grauen Herbst bringt und durchaus das Potential hat, Geelong bald noch ein wenig bekannter zu machen.

Beim australischen Rolling Stone gibt’s derzeit übrigens einen Stream von „Some Songs“


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