Rezensionen

Blood Red Shoes – Blood Red Shoes (s/t)

Blood Red Shoes

Auf Blood Red Shoes ist echt Verlass. Seit ihrem ersten Album „Box Of Secrets“ haben sie sich einen Rhythmus von zwei Jahren angewöhnt, in dem sie neue Alben veröffentlichen und so steht nun auch zwei Jahre nach ihrem letzten Album „In Time To Voices“ ihr nunmehr viertes Album an. Darauf lässt es das Duo nun anscheinend voll drauf ankommen. Statt sich wie gewohnt mit einem Produzenten ins Studio zu begeben, hat das Duo sich dieses Mal die Verantwortung hinter den Reglern selbst zugeschoben und dem bereits verpflichteten Arctic Monkeys Produzenten Mike Crossey wieder abgesagt.

Aufgenommen wurde das Album in Berlin über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Dass Blood Red Shoes auch als Produzenten taugen, haben sie ja bereits beim zweiten 1984 Album „Influenza“ bewiesen und so machten sich die beiden Briten selbstbewusst ans Werk. Dass dieses Album ein verdammt persönliches Unterfangen der Band ist, zeigt auch der Albumtitel. Der lautet nämlich schlicht „Blood Red Shoes“, weil das Album laut dem Duo so sehr nach den beiden Musikern klingen soll, wie keines ihrer drei Alben zuvor.

Mit diesem Albumtitel zeigen Blood Red Shoes zusätzlich noch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, der sich auch im Sound des Albums widerspiegelt. Da erscheint es dann auch konsequent, dass erstmals auch die Band auf dem Albumcover zu sehen ist. Nun ja, zumindest das Gesicht von Laura-Mary Carter. Bedeutet so viel Selbstbewusstsein und persönliche Note dann auch, dass Blood Red Shoes auf ihrem vierten Album besser klingen denn je? Klares Jein. Wo sich die Band früher noch durch Punk-Attitüde und vor allem jugendliche Ungestümheit auszeichnete, lassen sie jetzt vor allem fette Gitarren sprechen, mit denen das Duo seine Liebe zum Alternative-Rock ausdrückt. Schon der Opener „Welcome Home“ zeigt diese Liebe mit einer fetten Instrumentierung, die eher nach einer vollen Bandbesetzung, als nach einem Duo aus Gitarristin und Schlagzeuger klingt.

Wo das Duo in der Vergangenheit noch überraschende Wendungen einbaute und mit Stimme und Gitarre Akzente setzte, entwickeln sich die Stücke mittlerweile ziemlich gradlinig. „Everything All At Once“ ist ein gutes Beispiel dafür. Ein Stück Alternative-Rock, das munter drauflos rockt und an keiner Stelle aus der üblichen Rockstruktur ausbricht, wie es etwa ein „I Wish I Was Someone Better“ getan hat. Man muss dazu sagen, noch nie klangen Blood Red Shoes so düster, satt instrumentiert und laut. Das Duo nutzt seinen markanten Wechselgesang nun jedoch eher, um den jeweils anderen im Background zu begleiten. Charmante Wechsel und Kontrapunkte finden nur noch selten statt und Ausbrüche, aus dem von der Band festgelegten Schema, gibt es auch nur phasenweise. „The Perfect Mess“ ist so einer und damit auch einer der stärksten Songs auf „Blood Red Shoes“. Viel zu häufig klingt das Album aber einfach nur nach einer 0815 Rockband, als nach Blood Red Shoes. Die Elemente sind beherrscht, aber die Leidenschaft und Jugendlichkeit des Duos, sich gleichwertig und doch als Individuen in die Songs zu legen, bleibt neben der Gradlinigkeit und dem puren Willen zu Rocken leider unerreicht.

Blood Red Shoes auf Tour (Support: The Wytches)

10. April 2014, Berlin, Astra
11. April 2014, Dortmund, FZW
12. April 2014, Hamburg, Übel & Gefährlich
13. April 2014, Stuttgart, Wagenhalle
14. April 2014, Köln, Bürgerhaus Stollwerck
15. April 2014, München, Backstage
16. April 2014, Frankfurt, Batschkapp

Video zu „An Animal“

Interview // Facebook // Myspace // Homepage // Label

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Discussion

  1. […] Albums “In Time To Voices” ihr nunmehr viertes Album. Das haben sie ganz schlicht “Blood Red Shoes” getauft, weil sie es in Eigenregie in Berlin aufgenommen haben und die Band zudem findet, dass es […]

    Posted by Blood Red Shoes – Video zu “Speech Coma” | WhiteTapes | April 17, 2014, 7:27 pm

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