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Blockflöte des Todes – Wenn Blicke flöten könnten

„Ja du bist der Wolverine und ich der Orgas-Man“ und „ich dachte in der Regel hättest du kein PMS, aber warum ist dein Tonfall dann jetzt wie der von Rudolf Heß?“. Wollt ihr noch mehr? Ok, „und jetzt schau ich nach oben und an der Decke sind ganz viele Mückenflecke“, „es macht flitsch und dann platsch und die Mücken sind Matsch“. Wer jetzt an Die Ärzte denkt, der liegt eigentlich gar nicht so falsch. Der Name „Blockflöte des Todes“ und der Album-Titel „Wenn Blicke Flöten Könnten“ sagen doch auch eigentlich schon alles. Hier geht es vor allem um eines: Spaß. Und der wird nicht dezent zwischen den Zeilen versteckt, sondern mit voller Stimme raus posaunt.

Verantwortlich für diese Sammlung musikalischer Teenager-Prosa ist Matthias Schrei. Seine Texte handeln von Sex, Teddy-Bären, Drogen, ganz normalen Alltagsproblemen und Mädchen. Meist ist die akustische Gitarre im Vordergrund und die Texte mit einem so einfach Reimschema versehen, dass man häufig schon die Pointe vorher sehen kann. Wo die Könige solcher lyrischen Ergüsse, Die Ärzte, es schaffen den Witz auch noch beim x-ten Hören noch witzig zu halten, nutzt sich die (frei nach Hape Kerkeling) Witzigkeit hier schon während der Erzählung ab. Das liegt besonders an diesem pubertären Humor, dafür einfach oben noch einmal nach schauen. Live oder in geselliger Runde ist das vielleicht sogar ganz lustig, aber nur so auf Platte ist das so witzig, wie die Zeile „ich bin ganz müde denn ich hab Chlamydien“ im Chor vorgetragen. Ja, das gibt es hier. Klingt aber in der Beschreibung spektakulärer als es ist.

Rating: ★★☆☆☆
Blockflöte des Todes

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