Rezensionen

Bloc Party – Intimacy Remixed

Letztes Jahr legten Bloc Party mit „Intimacy“ ihr drittes und gleichzeitig bisher stärkstes Album vor. Während die ersten beiden Alben eher durch ihre Singles bestachen gelang es der Band nun auch auf Albumlänge ein packendes Werk vorzulegen, dass gekonnt die Electro-Einflüsse der Band in ihren Wave-Rock-Sound einbettete. Beim großen Hang der Band zu Electro bot sich ein Remix-Album also mehr als an. Das gab es natürlich schon bei „Silent Alarm“, allerdings mit eher fragwürdigem Ergebnis, die Zeichen bei „Intimacy“ standen aber nun besser, ist es doch wie bereits gesagt extrem Electrolastig. Der Remix-Reigen geht dann auch tatsächlich vielversprechend los, mit den Villains, die sich dem Song „Ares“ angenommen und ihn in ein Dancefloor-Monster verwandelt haben, das so auch von Justice hätte stammen können.

Ein Niveau, das eigentlich kaum gehalten werden kann. Wird es auch erst einmal nicht, „Mercury (Hervé Is In Disarray Remix)“ ist extrem anstrengend mit viel Gequietsche und übertrieben vielen Wiederholungen. Die Hypeband We Have Band heben dann „Halo“ beinahe in den Dub-Himmel und machen aus den einstigem Power-Rocker einen dahinplätschernden Langweiler. Mit der atmosphärischen Variante von „Biko“ ist dann Mogwai ein echter Lichtblick gelungen, der Song wird durch Hall und einen flirrenden Beat noch mehr verdichtet und lebt noch mehr auf. „Trojan Horse“ hat die Einbettung ins Beat-Kleid dann allerdings nicht wirklich gut überstanden, Keles Gesang wurde extrem übersteigert und die Beats dröhnen nun knappe 7 Minuten richtungslos umher. „Signs“ in der Armand van Helden Version und „One Month Off“ im Filthy Dukes Remix sind dann wieder zwei weitere Highlights. Beide leben von der Kunstfertigkeit der Künstler, die es schaffen, den Songs ihre Essenz zu wahren, ihnen aber trotzdem ihren ganz eigenen Dance-Stempel aufzudrücken. Bei diesen Songs kann man sich vorstellen, sie auch mal in einer (Indie)-Disco zu hören. Viel mehr Highlights gibt es dann auch kaum noch, einzig Erwähnung verdient sich noch „Ion Square (Banjo Or Freakout Remix)“, das in beinahe spacige Höhen katapultiert wird und sphärisch aus den Lautsprechern kriecht. Insgesamt bleibt „Intimacy Remixed“ also eine ebenso fragwürdige Sache, wie bereits die Remix-Version des Debüt-Albums und bot wahrscheinlich die größte Attraktivität für die Remixenden, dem Original-Album selbst wird es nämlich leider nicht gerecht.

Rating: ★★½☆☆
Bloc Party

Video zu „Ares (Villains Remix)“

httpv://www.youtube.com/watch?v=QPe7tk58S8Y

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