Rezensionen

BLK JKS – After Robots

Das Internet ist schon ein Segen heutzutage. Teenager aus Süd-Afrika haben die Chance direkt in Online-Shops, über Myspace und andere Plattformen an amerikanische Rockmusik zu kommen und ihrer Leidenschaft dann ganz einfach zu fröhnen. Außerdem bietet das Internet dann noch die Möglichkeit, die Songs, die man im heimischen Schlafzimmer, oder der Garage aufgenommen hat, online zu stellen und der ganzen Welt zu zeigen. So kann dann auch ein amerikanisches Label eine Band aus Johannesburg entdecken, sie zu Albumaufnahmen nach New York einfliegen und mit ihnen die Fusion von amerikanischer Rockmusik mit Süd-Afrikanischen Sounds wagen.

So in etwa geht wohl die Geschichte der BLK JKS aus Johannesburg, die kurz nach ihrer ersten EP von Soundtüftler Diplo und dem Antony Hegarty Label Secretly Canadian aus Indiana entdeckt und dann auch schnell als das nächste große Ding gehandelt wurden. Was uns natürlich nicht davon abhält, die Hype-Brille abzusetzen und den Exoten-Bonus beiseite zu lassen. Vordergründig sind die BLK JKS nämlich erst einmal eine Rockband mit einem Hang zu progressiven Sounds. Wie ihre offensichtlichen Vorbilder The Mars Volta schichten sie die Gitarren nur so übereinander und frickeln sich den Leib aus der Rockerseele.Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Harmoniegesängen und exotischen Kwaito-Rhythmen. Das kann, wie im Falle des Openers „Banna Ba Modimo“ auch durchaus Laune machen und taugt gleichermaßen für anspruchsvolle TV On The Radio Hörer und die Indie-Disco. In „Standby“ erinnert das Duo dann beinahe etwas an System Of A Down auf minimalistisch, ganz sicher nicht jedermanns Geschmack und auch ziemlich austauschbar. In den meisten Songs legen die BLK JKS aber wieder ein höheres Maß Experimentierwillen an den Tag, so dass jeder Songs wie eine neuerliche Klangwelt anmutet. Einzig der rote Faden, der das Album zusammenhalten kann fehlt, so dass die Songs stellenweise neben- / bzw. nacheinander kaum funktionieren möchten. Auch verschließt sich manchmal die Sinnhaftigkeit, warum ein Song, wie „Kwa Nqingetje“ in beinahe orgiastischer Art und Weise auf knapp 8 Minuten gedehnt werden muss, obwohl die Hauptstory schon nach 3 Minuten abgeschlossen ist und der Rest dann nur nebensächliches Gefrickel darstellt. Das soll natürlich dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die BLK JKS sicherlich eines der vielfältigsten und überraschendsten Debüts des Jahres abgeliefert haben.

Rating: ★★★½☆
BLK JKS
Daytrotter Session

Video zu „Lakeside“


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