Rezensionen

Black Twig – Blaze on a Plain

Black Twig - Blaze on a Plain

Finnland ist vermutlich ein Land, das durch seine Lage am Polarkreis und die damit verbundene Kälte und Härte der Jahreszeiten, zu den am meisten romantisierten Ländern in Europa gehört. Kein Wunder also, dass Bands, wie HIM oder Sunrise Avenue immer wieder hoch auch in der Gunst deutscher Musikhörer landen. Neben dem Pop-Appeal, den diese Bands mitbringen, wird über das vermarktete Image auch immer eine Art Weltschmwerz, Düsternis und Romantik mitgeliefert. Ein Konzept, das auch im Indie ein stückweit zieht. Hier müssen Bands dann allerdings am Ende doch noch mit Ideen und Tiefsinn überzeugen. Häufig genug kommt dann auch noch eine Liebe zu musikalischen Größen der Vergangenheit hinzu, die sich in einem Sound niederschlägt, der Verneigungen vor musikalischen Helden mit der eigenen musikalischen Vision verbindet. Black Twig gehören eindeutig zu dieser Sorte Bands. Seit sie Anfang 2014 ihr zweites Album „Heliogram“ veröffentlichten, sind sie auch bei uns gern gesehene / gehörte Gäste, denn den Finnen gelang es mehr als lässig eine ganze Reihe kleiner Songperlen aus dem Ärmel zu schütteln, in denen sie aus Post-Punk und -Rock mit einer tiefen skandinavischen Melancholie irgendwo in der Nähe von Motorama und ihren Soliti Labelmates Delay Trees, verbanden.

Jetzt sind Black Twig zurück und präsentieren mit „Blaze on a Plain“ ihr nunmehr drittes Album. Beim Titel ließ sich die Band von einem Ort zwischen Roihupelto und Roihuvuori inspirieren, wo sie das Album im Frühling 2015 aufgenommen haben. Inhaltlich legen Black Twig bei ihrem Werk den Schwerpunkt auf das Thema „Zugehörigkeit“. „Zugehörigkeit zu einem Ort, einer Zeit und einer Kultur und über das sich-verlieben in Menschen und Orte“. Eine Beschreibung, die einen gewissen esoterischen Charakter nicht verleugnen kann. Musikalisch äußert sich das in einen deutlich luftigeren Gesamtsound. Black Twig klingen wie aus der Zeit gefallen, hüllen sich in ein Retrogewand mit leichtem 60-er Jahre Charakter und psychedelischen Einflüssen. Sie schlängeln sich häufig durch verspielte, abwechslungsreiche Instrumentalparts und erzählen zwischendurch mit ein wenig Hall unterlegt ihre kleinen Geschichten. Dabei verlieren sie in ihren zehn Stücken nie den roten Pfaden und nehmen den Hörer immer wieder mit eingängigen Popmomenten, wie „1998“, dem süßlichen „Sweetheart“ und dem schnelleren Closer „Sunday gefangen.


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Photo by Juho Hänninen

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