Rezensionen

Black Kids – Partie Traumatic

Reggie Youngblood, was für ein Name. Das klingt doch gleich nach Hipness, guter Laune und fröhlichen Melodien. So etwa, wie der coole klischeehafte dunkelhäutige Basketballspieler aus dem unsäglichen High-School-Musical. Typisch amerikanisch dann auch, dass Reggie in der Sunday-School Drummer Kevin Snow und Bassist Owen Holmes traf und mit ihnen eine Band gründete. MIt seiner Schwester Ali und Keyboardspielerin Dawn Watley machte er dann seine Vorstellung einer Indiedrockkapelle komplett. Klingt jetzt natürlich nach einer schrecklichen Christenrockkonstellation aus braven Südstaatenteens.

Dieses Klischee wollen Black Kids dann aber doch nicht erfüllen. Die kreieren lieber einen gut gelaunten, fröhlichen, fast naiven Indierocksound mit smarten Lyrics. Eine Kombi, mit der die Black Kids im letzten Jahr die Ohren der Myspace-Jünger eroberten und sich so einen Plattenvertrag mit einem Major-Label erspielten. Auch nichts Neues in Zeiten des Web 2.0, wo der User die A&R Manager ersetzt. Der Sound der Black Kids wird dann sogar dem Hype gerecht. Reggie und Co. sind nicht eine weitere „Sesamstraßenindierockband“, wie die Arctic Monkeys oder The Rascals, sondern spielen erfrischenden Indierock, der nicht weniger will, als jeden Muskel im Körper in Tanzlaune zu versetzen. Damit dass mit dem Tanzen auch funktioniert, haben die Black Kids eine große Portion Beat gefrühstückt und mischen den Humor eines Jarvis Cocker mit dem Synthie-Sound von The Cure und machen aus Beach Boys-Sounds stampfende Discorocker. Das alles jedoch nie ohne eigene Elemente und so schleicht sich statt langweiliger wiedergekäuter Retrosounds eine erfrischend jugendliche Mischung in die Ohren und Hirnwindungen, um sich dort über Tage parasitär als Ohrwurm festzusetzen. So sind die Black Kids eher so etwas wie die Muppets unter den Sesamstraßenindierockbands. Ob sie das Potential für mehr als einen Sommer haben, müssen sie nun selbst beweisen, aber für diesen Sommer dürfen sie sich feiern lassen.

Video zu „Look At Me When I Rock Wichoo“

httpv://www.youtube.com/watch?v=rrcx2q_Ru8Y&feature=channel_page

Myspace der Band

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