Rezensionen

Björn Kleinhenz – Ursa Minor

Björn Kleinhenz - Ursa Minor

Seit wir uns für WhiteTapes damit beschäftigen, täglich über interessante Musik zu berichten, ist der Name Björn Kleinhenz bereits ein alter Bekannter. Kein Wunder, veröffentlichte der in Deutschland geborene Schwede doch bereits 2003 seine ersten Aufnahmen, deshalb war er natürlich auch schon so etwas wie ein alter Hase, als wir 2008 mit WhiteTapes begonnen. Die Zahl der Releases von Björn Kleinhenz steig seitdem stetig und ist mittlerweile bei 26 angekommen.

Die Nummer 27 ist jetzt auch erschienen und hört auf den Namen „Ursa Minor“, was übersetzt „kleiner Bär“ bedeutet. Ein Sternbild, zu dem auch der Nordpolarstern gehört, der den Himmelsnordpol bildet, um den sich das gesamte Firmament zu drehen scheint. Das Album selbst bietet dann auch einen derartigen Fixpunkt, nämlich den vordefinierten Plan, ein Album zu schaffen, das „einfach, unkompliziert, flott und schön“ sein sollte. Dafür fand sich Björn Kleinhenz 2014 mit seiner neuen, festen Band in einer alten Scheune in Male in Südschweden ein, wo zehn neue Stücke eingespielt wurden.

Das „Minor“ im Albumtitel ist dann auch deutliches Unterstatement. Denn eigentlich ist „Ursa Minor“ das bisher größte Werk von Kleinhenz, vielleicht sogar sein Magnum Opus. Auf jeden Fall aber sein bisher konsistenteres Album. Ein Werk, mit dem er auf seine ganz eigene Weise Americana mit Northern Blues verbindet, in dem Slide-Gitarren auf die Melancholie und Weite ausladender Soundlandschaften treffen. Schon im Opener „Jump“ zeigt sich das mit ruhigen Momenten, in denen Björn Kleinhenz mit trockener Stimme zu spärlicher Instrumentierung singt, um in den Refrains mit starker Stimme auszubrechen und für ein wenig Bombast zu sorgen.

„The King Of The Clowns“ zeigt sich dagegen dann schon fast als Katharsis mit meditativem Gesang und schweren Streichern. Das starke „The Tree Of Sadness“ gerät in der Folge dann nicht ganz so traurig, wie der Titel es vermuten lässt. Eine berührende Folkballade mit viel Optimismus, gerade im Gesang. Das Glanzstück des Albums ist nach dem kraftgebenden „Braveheart“ dann das gewaltige „Before The Ride“, das die gleichen Stärken, wie der Opener bietet, jedoch mit einer etwas größeren Prise Dramatik und akzentuiertem Gesang noch fesselnder ist. Der Titeltrack ist dann auch der Abschluss des Albums. Ein sanfter Ausklang mit dezentem Streichereinsatz und nachdenklichem Gesang, der sich ideal als Soundtrack für einen Spaziergang an einem Winterabend eignet.


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