Rezensionen

Best Friends – Hot. Reckless. Totally Insane

Best Friends – Hot. Reckless. Totally Insane

Sheffield ist sicherlich nicht die erste Adresse, an die man bei britischer Musik denkt. Zu groß ist der Einfluss von Manchester, London und in den letzten zehn Jahren auch des Nord-Ostens. Aber auch die 500.000 Einwohner Stadt in den britischen Midlands, die unweit von Leeds gelegen ist, hat musikalisch einige berühmte Söhne und Töchter. Zum Beispiel Little Man Tate, Arctic Monkeys, Human League, High Hazels, Hey Sholay und natürlich Pulp. In der Tradition einiger der genannten Bands (vor allem Hey Sholay, Little Man Tate und auch Arctic Monkeys) gründeten sich 2011 Best Friends. Ihre Geschichte begann laut eigener Aussage in einem feuchten Kellerraum ohne Luftzufuhr und mit allerhand defekter Geräte, in dem sie den Entschluss fassten „Musik in eine Zeit zurückzubringen, in der Bands in 3-minütigen Popsongs das Leid ihrer miserablen Existenz zu einem glückseligen Zustand der Freiheit hoch stilisiert haben und Gitarrensounds boten, die das Gehirn in Ekstase versetzten.“. Nach einigen Singles veröffentlichten Best Friends nun ihr Debüt „Hot. Reckless. Totally Insane“ auf dem das Quartett seiner Mission folgend wirklich erfrischenden Indie-Rock bietet, der es mit jugendlichem Charme, schrammelnden Gitarren, einem Hang zu süßlichen Melodien und starken Einflüssen aus Grunge und Punk-Rock schafft, eine sommerliche Stimmung zu erzeugen.

Ein Album, das also genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint und wirklich zum Soundtrack des Sommers werden könnte. Mit einer gewissen Dringlichkeit und einer ordentlichen Portion guter Laune preschen Best Friends ab der ersten Minute durch ihre Songs. Mit der Single „Fake Spirit“ liefern sie dabei eine Eröffnung, die vor allem durch ihre Leichtigkeit und eine wunderbar rumpelnde Melodie überzeugt. Einige der Stücke durchbrechen trotz der selbst auferlegten Mission die Grenze von 3 Minuten, doch geraten sie dabei keineswegs zu lang.

Best Friends gelingt es mit ihrem schrammeligen Sound und ihren Anleihen bei Punk, 60’s Pop, Surf-Rock und Grunge, immer zu fesseln und bei jedem Durchlauf für gute Laune zu sorgen. Songtitel, wie „If You Think To Much Your Brain Will Fall Out“ sorgen dabei zusätzlich für eine humoristische Note und Songs, wie „Dr Mario“ und „Orange Juice“, bei denen Best Friends ihre Einflüsse aus Videospielen und ihre Liebe zu Edwyn Collins durchblicken lassen, machen die Band zusätzlich sympathisch. Das alles macht „Hot. Reckless. Totally Insane“ zu einem Beleg dafür, dass Sheffield auch zehn Jahre nach dem Aufstieg der Arctic Monkeys immer wieder junge Bands mit einem erfrischend jugendlich-sympathischem Indie-Rock-Sound hervorbringt.

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