Rezensionen

Best Coast – Crazy For You

Der Sommer ist da, das dürfte der ein oder andere Hitzewelle sei Dank in den letzten Wochen sicherlich gemerkt haben. Das freut das Herz und die Menschen sind fröhlich. Okay, viele beschweren sich auch über die Hitze, aber das gehört eben zur deutschen Mentalität. Also, der Sommer ist da. Nur im Plattenregal scheint er noch nicht so richtig angekommen. Das liegt an diesem Event rund um das runde Leder, das vor etwas mehr als einer Woche im winterlichen Süd-Afrika zu Ende ging. Die selbstverordnete Releasepause der Labels hat nun auch ein Ende und der Sommer wird in die Plattenregale gelassen. Vorzeigehype dabei sind Best Coast von der West Coast der USA. Viel mehr muss man eigentlich nicht sagen, ist die Westküste der USA doch bekannt für Surf- und Garage-Rock, der viel Sonnenschein im Herzen trägt. Auf dem Cover des Best Coast Debüts erblickt man dann noch einen Sonnenuntergang über einem mit Palmen bewachsenen Strand. Die Verpackung verspricht somit Sommer pur.

Ein Versprechen, das Bethany Cosentino und ihre Mitstreiter dann auch einlösen. Mit einem Sound, der wohl als absolut als en vogue bezeichnet werden kann. Die Gitarren schön krachig, der Sound distanziert hallig und die Gesangsstimme vergnügt 60ies poppig. Vermutlich würden The Pains Of Being Pure At Heart so klingen, wenn sie von der Westküste kämen und den Shoegaze-Anteil gegen Garage-Rock eintauschen würden. Der treffendste Vergleich sind aber wohl die Dum Dum Girls. Denen haben Best Coast aber etwas voraus, nämlich eine noch größere Portion Unbeschwertheit. Da hört man sich dann gern die kleinen Mädchengeschichten von Schwärmereien, Liebeskummer und Albernheiten auch gern an, selbst wenn die Texte manchmal etwas naiv daher kommen. „Crazy For You“ ist aber eine Sommerplatte, da brauchen Texte nicht viel Tiefe, sondern die Kompositionen müssen eine erhebende Sonnenstimmung vermitteln. Die haben Best Coast in Kalifornien natürlich in rohen Massen, so dass sie auch jede Menge Sonne in ihren Melodien konserviert haben. „Crazy For You“ ist somit so etwas, wie der gelungene Gegenentwurf zum doch eher kläglich drögen Debütalbum von The Drums und definitiv einer der Favoriten für das leichtfüßigste Sommeralbum 2010.

Rating: ★★★★☆
Best Coast

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