Rezensionen

Ben Kweller – Changing Horses

changinghorses„Changing Horses“ heißt das neueste Werk von Ben Kweller, das bedeutet nicht, dass er auf ein völlig neues Pferd setzt, er sattelt er wieder direkt bei seinen Wurzeln auf. Von New York hat es ihn zurück nach Texas verschlagen und von hektischen Fahrten durch Hochhausschluchten zurück zum gemütlichen Ausritt durch die Prärie, der Country hat Ben Kweller wieder eingeholt. Ein Genre, das sich über die letzten Jahre, nicht zuletzt dank Ryan Adams wieder rehabilitiert hat und laut Kweller’s Aussage schon der Soundtrack seiner Kindheit war. So schrieb er den ersten Song für sein Country-Album auch schon mit 16, ihm kam dann aber der Indie-Pop dazwischen und so brauchte er weitere acht Jahre, bis er „Changing Horses“ in Eigenregie vollendet hat. Eine große Hilfe dabei waren ihm die Produzenten Gil Norton (Maximo Park, The Rakes, etc.) und Ethan Johns (Ryan Adams), die ihm bei den Aufnahmen zu seinen ersten drei Alben viele Tricks und Kniffe zeigten.

Schon der Einstieg in „Gipsy Rose“ ist Country pur, karg instrumentiert sieht man Kweller durch die spröde texanische Landschaft streichen. „Old Hat“ mit Steel-Guitar und Bandsound ist dann ein echter Americana-Hit, der so ähnlich von Ryan Adams hätte stammen können. Die gesamten 36 Minuten erwecken den Eindruck, Kweller hätte schon von Beginn seiner Karriere an nur Country-Platten veröffentlicht, er zeigt sich facettenreich und mit einem perfekten Gespür Stimmungen einzufangen und zum richtigen Zeitpunkt im Stück einzusetzen. Dabei kommt ihm die Erfahrung aus drei Indie-Pop Alben sicherlich zu Gute und lassen Kweller den Country noch etwas weiter rehabilitieren, so viel zumindest, dass auch Musikfans, die bisher nichts mit Country am Hut hatten, auch Spaß mit diesem Album haben werden. Man darf gespannt sein, wohin es Kweller stilistisch als nächstes verschlägt.

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Myspace // Label

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