Rezensionen

Beirut – The Rip Tide

Beirut - The Rip Tide

Knappe fünf Jahre ist es jetzt schon her, dass der junge Amerikaner Zach Condon mit seinem Projekt Beirut und dem Debüt „Gulag Orkestar“ Indie-Kids und Musik-Kritiker weltweit verzauberte. Dafür nutzte er weder schnittige Indie-Gitarren, oder hippe Sounds, sondern die gewöhnungsbedürftige Stimme von Zach Condon, Trompeten, eine Ukulele, das Horn und Polka-Rhythmen. Darunter der Hit „Postcards From Italy“. Schon ein Jahr später erschien mit „The Flying Club Cup“ der nächste Streich. Die Polka-Rhythmen waren nun angereichert mit Elementen aus französischen Chansons, wohl der Tatsache geschuldet, dass Zach sich auf dem Album von Frankreich inspiriert zeigte.

Nach diesem schnellen Release-Rhythmus ließ er sich bis zu seinem dritten Album „The Rip Tide“ ganze vier Jahre Zeit. Anders als auf den Vorgängern beziehen sich die Songs jetzt nicht auf eine bestimmte Region, oder ein bestimmtes klangliches Theme. Beirut bieten nun einfach nur Balkan-Pop, der nicht viel mehr will, als gehört zu werden. Der Opener „A Candle’s Fire“ bringt mit einer eingängigen Bläserinstrumentierung gleich auch das typische Hitpotential der Band zum Vorschein. Große Gesten in der Melodie und ein ruhig erzählender Zach Condon versetzen einen direkt in diese nostalgische Stimmung, die schon die Vorgänger ausmachte. „Santa Fe“ ist eine Hymne an den Heimatort von Zach Condon und zeigt den jungen Amerikaner von seiner elektronisch verspielteren Seite, die er auch schon auf der „March Of The Zepotec / Holland“ EP durchkommen ließ. Wie schon der Opener ist auch „East Harlem“ einer dieser typischen Beirut-Hits, die auf „The Rip Tide“ aber vor allem durch ihre Unaufgeregtheit auffallen. Diese unaufgeregte Stimmung wird dem Album leider auch stellenweise zum Verhängnis. Die Stücke wirken stellenweise etwas zu gefällig und das Album plätschert nur so vor sich hin. Vielleicht ist es gerade dieses verbindende Element, das es auf den Vorgängern gab, das hier fehlt. Klar ist das jammern auf hohem Niveau, aber nach zwei fast zeitlosen Alben, hat man sich von „The Rip Tide“ vielleicht mehr erwartet als ein Album, das nur besserer Durchschnitt ist.

Beirut – East Harlem by Revolver USA


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