Rezensionen

Beirut – No No No

Beirut – No No No

Vier Jahre ließ Zach Condon seit dem letzten Beirut Album „The Rip Tide“ vergehen. Eigentlich nicht ungewöhnlich, denn auch zwischen „The Flying Club Cup“ und „The Rip Tide“ vergingen vier Jahre. Die Zeit dazwischen füllte er jedoch mit den EPs „March of the Zapotec/Holland“. Ganz im Gegensatz zur Pause vor dem vierten Album „No No No“. Die war jedoch nicht freiwillig gewählt, denn nach umfangreichen Tourneen zu den Alben und dem wachsenden Erfolgen für Beirut, litt Zach Chondon am Erschöpfungssyndrom und musste sich erst einmal eine Auszeit nehmen.

Nach überstandener Krankheit begann er dann die Arbeiten an „No No No“. Dabei nahm er direkt eine Veränderung zur Vergangenheit vor, denn erstmals arbeitete er direkt mit seiner Band am Album, statt die Musiker nur für das Einspielen der Songs ins Studio zu holen.

Das Ergebnis ist ein Album, dem man die positive Grundstimmung und Hoffnung Condon’s nach seiner überstandenen Erkrankung anhört. „No No No“ ist in der Summe fröhlicher, als alle bisherigen Beirut Alben.

Bestes Beispiel ist der Opener „Gibraltar“, der namensgebende Song „No No No“ und das im Mittelteil zu findenden „Perth“. Fröhliche Stücke, mit klaren Klaviermelodien, teilweisem Bongoeinsatz und wohl dosierten Handclaps. Stücke, die einem direkt ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern vermögen. Hinzu kommt immer eine infektiöse Euphorie, die selbst bei langsameren Stücken, wie „At Once“, mitschwingt und die zeigt, dass die einzigartige Melancholie des Polka-Pop von Beirut der Vergangenheit angehört. Die Gegenwart ist fröhlicher Indie-Pop mit kammermusikalischen Charakterzügen und kleinen Spielereien. Diese zeigen einen Songwriter, der trotz fast zehn Jahren im Musikbusiness noch immer vor jugendlichem Charme sprüht und auch zu überzeugen weiß, wenn er große Teile von dem, wofür er mit seinem Schaffen stand, einfach über Bord wirft und einen Neuanfang wagt.

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