Rezensionen

Bear’s Den – Islands

Bear's Den - Islands

In den letzten Jahren ist ein immer deutlicherer Trend unter Newcomern zu erkennen. Sie wollen sich nicht mehr auf das klassische Labelprinzip verlassen, gründen teils eigene Labels oder schließen sich als Zweckgemeinschaften zusammen. Mumford & Sons sind da ein ganz gutes Beispiel. Egal, was man von ihrem musikalischen Schaffen hält (in unserem Fall nicht so viel, wie ihr wisst), sie haben versucht mit ihrem eigenen Label ihren Weg zu gehen und hatten extremen Erfolg. Keimzelle für den Erfolg war der Londoner Künstlerzusammenschluss Communion, der 2006 von Ben Lovett (Mumford and Sons), Kev Jones (Bear’s Den) und dem Produzenten Ian Grimble gestartet wurde. Eine Gemeinschaft, aus deren Umfeld unter anderem auch Noah & The Whale, Half Moon Run, Johnny Flynn, Boy & Bear, Foy Vance, Pale Seas und jüngst auch Catfish and the Bottlemen hervorgingen.

Der Erfolg war für die Macher so riesig, das sie teils ihre eigenen Projekte zurückstellten, das ist vielleicht auch der Grund, warum die Mitbegründer von Bear’s Den nach zwei EP’s in den letzten Jahren erst jetzt ihr Debüt „Islands“ veröffentlichen.

Auch wenn die Band viel Zeit mit seinem Projekt Communion, das mittlerweile zugleich Label, Booking-Agentur und Künstlermanagement ist, verbracht hat, haben es Bear’s Den dennoch geschafft neben drei bereits auf den EP’s releasten Songs auch sieben neue Stücke auf „Islands“ zu bannen. Eine Quote, die für eine Newcomer-Band noch in Ordnung ist. Beim Opener bietet die Band direkt das bekannte „Agape“ auf, was so viel wie „Liebe Gottes“ bedeutet und mit Banjo, sowie altmodischem Folksound gleich Vergleiche zu den Freunden von Mumford & Sons heraufbeschwört. Die sind auch nicht so unangebracht, denn die Band setzt in ihrem warmen, gefühlvollen Folksound auf ähnliche Zutaten. Im Fall von Bear’s Den sind die Rhythmen allerdings nicht so extrem eindimensional stampfend und die Songs bekommen ein wenig Luft zum atmen. Das macht Folksongs, die das Herz einer wachsenden Hörerschaft erwärmen könnten und die dank der üblichen Bombastmomente, unkomplizierten Strukturen und einer gewissen Note Schmalz, auch den Weg in die Heavy Rotations der Radiosender finden könnte.

Auch wenn die Songs von „Islands“ im Vergleich zu denen der anderen, bereits erwähnten, Londoner Folkbarden durchaus eingängig und gut zu ertragen sind, klingt das alles doch viel zu vertraut. Kein Wunder, dutzende Bands boten im Zuge des Folk-Hypes in den letzten Jahren genau diese Sounds. Mal mehr, mal weniger kreativ. Bear’s Den haben diesen Trend mit Communion sicherlich mitgefördert, sich aber jetzt zu spät entschlossen selbst davon zu profitieren. Die Band schafft es dann auch nicht wirklich, dem ausgelutschten Sound mit ihren Songs neue Aspekte hinzuzufügen. So sind Bear’s Den trotz sympathischem Auftreten, wirklich angenehmem Gesang und viel Leidenschaft mit ihrem Debüt einfach zu spät dran, um von der Zugkraft des selbst befeuerten Trends noch zu profitieren.


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