Rezensionen

Beach Slang – The Things We Do To Find People Who Feel Like Us

Beach Slang - The Things We Do To Find People Who Feel Like Us

Auch wenn sich Beach Slang erst 2013 gründeten und sie erst im letzten Jahr, dank ihrer Debüt-EP, ihrem Auftritt auf dem SXSW und den Supportslots für Cursive, Knapsack, Modern Baseball und The Hotelier eine etwas größere Bekanntheit erreichten, ist die Band so neu nicht. Frontmann James Alex ist nämlich kein wirklicher Neuling im US-amerikanischen Punk-Rock. In den 90ern bewegte er sich mit seinen Bands im Dunstkreis von Bands, wie Blink 182 und feierte zu Bands, wie The Replacements und Jawbreaker.

Wenn er sich auf dem Debüt seiner Band Beach Slang also als Außenseiter-Kid bezeichnet, ist das nicht biographisch auf ihn bezogen, sondern vielmehr eine Romantifizierung der Jugendlichkeit. Hinzu kommt natürlich noch, dass gerade die Generation X sich mit dem Erwachsenwerden schwer tut und insbesondere Musiker aus dieser Generation an einer Art Peter Pan Syndrom leiden, weshalb Menschen, wie Dave Grohl, teils mehr wie Berufsjugendliche, als wie seriöse Erwachsene wirken. Das zusammen genommen macht den jugendlich rumpelnden Indie-Punk von Beach Slang aus Philadelphia dann aber auch so sympathisch und trägt wohl zusätzlich dazu bei, warum die Band einer der US-Geheimtipps der Indie-Szene ist.

„The Things We Do To Find People Who Feel Like Us“, ist der Titel des Beach Slang Debüts, der ebenso Emo, wie typisch nach den 90er Jahren klingt, also der Phase, die Songwriter James Alex so sehr geprägt hat. „Young & Alive“, „Too Late To Die Young“ und „Throwaways“ deuten dann auch schon an, dass Beach Slang hier Musik bieten, die sich vor allem an Junggebliebene und, erst in zweiter Instanz, an die Jugend richtet. Mit heiserer Stimme singt James Alex in diesen Songs zu zackigen Gitarren und scheppernden Drums und bietet dabei den ein oder anderen hymnenhaften Moment.

Das Album könnte man über die gesamte Länge dann etwa als „Anthems for the Doomed Youth“ bezeichnen, den Albumtitel haben ja bekanntlich aber schon The Libertines beansprucht. Dort wären Beach Slang vom Sound her dann auch ziemlich falsch verortet. Das Quartett bedient sich eines ziemlich amerikanischen Sounds zwischen College-Rock, -Punk und Emo. Meist mit hohem Tempo und Melodien, die stets gute Laune erzeugen. Gepaart mit den häufig nachdenklichen Texten, ergibt das ein Werk, das eine ungeheure Reife aufweist. Einzig die ruhigen Momente des Albums trüben den Gesamteindruck ein wenig, da Beach Slang hier schnell Richtung Pathos-Rock abdriften und nach einem müden Abklatsch von The Gaslight Anthem klingen. Das sind aber nur kleine Wölkchen, die nicht verhindern, dass das Album als strahlendes Debüt da steht.

Beach Slang auf Deutschland-Tour

01. Februar 2016, Köln – Blue Shell
02. Februar 2016, Münster – Sputnik Café
03. Februar 2016, Hamburg – Hafenklang
05. Februar 2016, Berlin – Cassiopeia
06. Februar 2016, Leipzig – Conne Island Café
08. Februar 2016, Nürnberg – Club Stereo
10. Februar 2016, München – Milla
15. Februar 2016, Saarbrücken – Garage Club
16. Februar 2016, Wiesbaden – Schlachthof


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