Rezensionen

Beach Slang – A Loud Bash of Teenage Feelings

Beach Slang - A Loud Bash of Teenage Feelings

Gerade im Bereich der Popmusik hat die deutsche Medienlandschaft die Unart, zweifelhafte Wörter und Bezeichnungen hervorzubringen. Punker und Popper war so etwas, der Begriff Popliteratur auch und der Begriff Berufsjugendlicher. Ein Mensch, der „irgendwas mit Medien“ macht, meist von einem Musiksender kommt und inzwischen auf großen Sendern Shows moderiert, sich in der Literatur versucht, oder einfach nur „Pop-Experte“ ist. Charlotte Roche, Markus Kavka, Sarah Kuttner, Klaas Heufer-Umlauf und Joco Winterscheidt gehören zu dieser Gattung.

Wäre er in Deutschland prominent, würde eventuell auch der US-Amerikaner James Alex diesen Stempel aufgedrückt bekommen. Schon seit Mitte der 90er Jahre ist er im Umfeld der amerikanischen Punk- und College-Rock-Szene unterwegs, brauchte aber bis 2015, bis er mit seiner Band Beach Slang erstmals ein eigenes Album veröffentlichte. „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us“ hieß das Werk und bot einen eingängigen Sound zwischen College-Rock, -Punk und Emo, der extrem jugendlich und ungestüm wirkte.

Nur ein Jahr danach sind Beach Slang schon mit ihrem zweiten Album zurück und der Titel macht gleich klar, dass es wieder um Themen geht, die Jugendliche und junggebliebene ansprechen soll. „A Loud Bash of Teenage Feelings“ heißt das Werk und führt das fort, was auf dem Debüt begann. Dabei steht aber vor allem die Zielgruppe der „Junggebliebenen“ im Fokus, denn der Sound des Albums ist mit seinen Einflüssen tief in den 80ern und 90ern verwurzelt und dürfte zusammen mit der körnigen Retro-Optik der Videos, die bisher zum Werk veröffentlicht wurden, tiefe Nostalgie bei den Fans hervorrufen. Viel Mühe, sich weit vom Debüt ihren Vorbildern und Genre-Größen zu entfernen geben sich Beach Slang jedoch nicht. Die Klangdichte ist dafür etwas größer. Die Band variiert nun ab und zu mal das Tempo und stellt punkige Nummern, wie „Atom Bomb“ neben Pop-Rock Nummern, wie „Punks in a Disco Bar“, das auch direkt einen Mitgröhl-Refrain mitliefert. Dabei feuern Beach Slang teils Lyrics heraus, die manchmal etwas gewollt jugendlich wirken und gerne auf Schlagworte, wie „Generation“, „wild“, „kids“, „drunk“ und so weiter zurückgreifen. Der Opener „Future Mixtape For The Art Kids“ ist so ein Song, die „Kids“ im Titel und die „Generation“ im Text bietet die Band hier einen Song, der wie von den frühen Foo Fighters klingt, als sie einen etwas gefälligeren Sound fanden. Ein Stück, das sympthomatisch für dieses Album ist. Die Songs sind eingängig und manchmal beinahe zu jugendlich. Alles sicherlich prima für ein schweißtreibendes Konzert, das Beach Slang vermutlich zu einer wilden Party machen, oder zum anstacheln beim Joggen, aber auch nicht viel dauerhafter als das. Schade, denn auch, wenn die bedienten Genres natürlich diese Klischees bieten, hat die Band doch ein paar Jahre mehr Lebenserfahrung zu bieten, was sich sicherlich auch für die Zielgruppe sehr gut kombinieren und verpacken ließe. Wer den kleinen, lockeren Spaß für zwischendurch möchte, ist hier super aufgehoben.

Beach Slang auf Deutschland-Tour

13. November 2016, Hamburg – Knust
14. November 2016, Hannover – Lux
15. November 2016, Berlin – Lido
17. November 2016, Leipzig – Conne Island
20. November 2016, München – Ampere
21. November 2016, Münster – Sputnikhalle
22. November 2016, Köln – Gebäude 9

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