Rezensionen

Band Of Skulls – Baby Darling Doll Face Honey

Die Londoner Band Of Skulls sind so etwas wie eine kleine Sensation, bis vor ein wenig mehr als einem Jahr wurden sie allenfalls im britischen Underground beachtet. Anfang 2009 veröffentlichen sie dann ihre Debüt-Single „I Know What I Am“ und sind plötzlich in aller Munde. Besagter Song ging nämlich knapp 400.000 über die digitale Ladentheke bei iTunes. Das blieb natürlich nicht unbemerkt und so erfuhren sie kurz danach die zweifelhafte Ehre einen Song zum Soundtrack der zweiten Verfilmung der unsäglichen Stephanie Meyer Romanreihe „Twilight“ beizusteuern. Zwischen den Killers, Muse, Thom York, Bon Iver und den Editors macht man sich als Newcomer schließlich auch nicht schlecht. So steht die Band Of Skulls nun in zwei Millionen Teenie-Zimmern, denn so oft verkaufte sich der zweite Twilight-Soundtrack.

Ob diese Teenie-Mädchen den Release von „Baby Darling Doll Face Honey“ allerding ähnlich sehnlich verfolgen, wie die Veröffentlichung eines neuen Paramore Albums – die ja auch durch Twilight plötzlich zu Stars von The Dome Charakter wurden – bleibt zu bezweifeln. „Selbst schuld“ möchte man den einen sagen, „Glück gehabt“ den anderen. Das wirklich bemerkenswerte an der Band Of Skulls ist dann aber nicht ihr Werdegang, sondern ihr Sound. Der klingt nämlich so gar nicht nach ihrer Heimat, sondern vor allem nach Amerika. Genau so, als würde sich das Trio anschicken The Kills und The White Stripes – die derzeit beide eher durch (auch gemeinsame) Kollabos von sich Reden machen, als durch Releases unter eigenem Namen – in den Ruhestand zu schicken. Dafür bringen sie alles mit, handfeste Gitarrenriffs, bluesigen Duettgesang und dichte Melodien. Gerade die Duette von Russel Marsden und Emma Richardson sind die große Stärke der Band Of Skulls. Emma kommt teils sanft, wie ein Lamm und dann wieder laut, wie eine Löwin daher und harmoniert perfekt mit dem rauen Rocker Russel. Die Songs kommen dabei durchaus abwechslungsreich daher und zeigt eine breite Palette von Blues-Rock bis Pop. Das macht dann beim ersten Hören durchaus Laune und dürfte sich zum ausgelassenen abfeiern live sicher gut eignen. Nur nutzt sich das Album mit weiteren Hördurchläufen schnell ab, das liegt zum Einen daran, dass der Band die Eigenständigkeit in ihrem Sound häufig noch ziemlich abgeht und damit verbunden zum Anderen an der leider viel zu häufig fehlenden (auch textlichen) Tiefe.

Rating: ★★★☆☆
Band Of Skulls

Band of Skulls – I Know What I Am

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