Rezensionen

Baddies – Do The Job

Eigentlich erscheinen die Baddies aus dem britischen Southend fast fünf Jahre zu spät auf der Bildfläche. Denn 2004, 2005 war die Zeit, als eine Welle britischer Bands über den Kanal nach Deutschland schwappten, die auf unterhaltsame Art Wave- und Post-Punk-Einflüsse in spannende Alben verpackten. Einer von vielen Hypes um britische Bands war geboren, aus dem Bands, wie Franz Ferdinand, Maxïmo Park, The Futureheads und die Kaiser Chiefs hervorgingen. Alle haben inzwischen ihr drittes Album veröffentlicht und nun kommen da vier Jungs aus Southend, die noch immer klingen, als sei es 2005 und wollen es ihren, nennen wir sie einmal Wegbereitern, nachtun. Mit ihrem Stil haben sie sich genau zwischen den Kaiser Chiefs und The Futureheads positioniert und so auch bereits die gesamte britische Presse auf ihre Seite gebracht.

So veröffentlichen sie jetzt zwei Jahre nach ihrer Gründung auch schon ihr Debüt-Album „Do The Job“ und das in Ermangelung eines willigen Labels einfach auf dem selbstgegründeten Label Medical Records. Den Job machen sie also auch noch selbst. Davon, wie man diesen Job macht haben sie auch klare Vorstellungen. Laute, treibende Gitarrenrhythmen, stakkohafter, gehetzter Gesang und jede Menge Energie. So überschreitet dann auch kaum ein Song auf „Do The Job“ die 3 Minuten Grenze. Bereits der Opener „Tiffany… I’m Sorry“ geht lauthals nach vorn. Diese Rezeptur aus wummernden Bässen und stampfenden Drums soll sich durch das ganze Album ziehen. Dazu noch ein paar kernige, stetig wiederholte Gesangszeilen und fertig ist die Hymne, die auf dem nächsten Konzert die Masse in Bewegung hält. In „Open One Eye“, der aktuellen Single zum Album offenbaren sie dabei echte Hit-Qualitäten. Der Song stampft ordentlich und bietet eine absolut eingängige Melodie. Die ist zwar einfach gestrickt, aber dermaßen infektiös, dass man da gern drüber hinwegsieht. So etwas wie Verschnaufpausen scheinen Baddies übrigens gar nicht zu kennen und so stellen alle 12 Songs, die es zusammen auf 36 Minuten bringen, eine wahre Hetzjagd für’s Trommelfell dar. Das ist alles nicht neu und gab es so ähnlich schon auf „Employment“ von den Kaiser Chiefs und dem Debüt der Futureheads, allerdings nicht in dieser Rotzigkeit. Das macht dann „Do The Job“ nicht direkt zu einer zwingenden Alternative zu etablierten britischen Post-Punk Bands, aber ordentlich den Kopf frei rocken kann man sich damit dennoch gut.

Rating: ★★★½☆
Baddies
Gratis-Download: „I Am Not A Machine“, durch Angabe eurer Email-Adresse

26. Oktober, Hamburg, Molotow
27. Oktober, Berlin, Magnet
30. Oktober, Dresden, Beatpol
31. Oktober, Leipzig, Sweat
05. November, Wien, B72
06. November, München, 59 to 1
11. November, Zürich, Hafenkneipe
12. November, Stuttgart, Shocken
13. November, Heidelberg, Karlstorbahnof
14. November, Frankfurt, Nachtleben
15. November, Köln, Werkstatt

Video zu „Open One Eye“


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