Rezensionen

Babyshambles – Sequel To The Prequel

Babyshambles - Sequel To The Prequel

Da sind sie also wieder. Sechs Jahre nach „Shotter’s Nation“ und dem Soloalbum „Grace/Wastelands“ von Peter Doherty sind die Babyshambles wieder zurück. Viel war zu lesen zu Doherty. Das Enfant Terrible sei nun weiter gereift und „Sequel To The Prequel“ das bisher größte Album der zarten Künstlerseele des Musikers, der eigentlich prädestiniert dafür war, in den Klub 27 einzutreten aber heute im Alter von 34 Jahren immer noch vierteljährlich mit Skandälchen und Enthüllungen von sich reden macht. Aber so wird er ja auch irgendwie seinem Klischee gerecht, Doherty hat nämlich nie das gemacht, was von ihm erwartet wurde und so überraschte es auch nicht, dass er auch sieben Jahre nach seinem 27ten Geburtstag noch immer dafür gut ist, irgendwo in Paris abends mit einer Kneipe auf der Bühne zu stehen und einen Secret Gig zu spielen. Häufig nur, um sein Konzert von 5.000 Menschen in einer größeren Halle ein paar Tage später abzusagen, bzw. einfach gar nicht aufzutauchen. So ist auch klar, dass die Musik der Babyshambles eng mit der Figur Peter Doherty verknüpft ist. Da wundert es auch wenig, dass Doherty in der Geschichte der Band bereits zehn Bandmitglieder verschlissen hat. In aktueller Viererbesetzung präsentieren sie sich jetzt auf „Sequel To The Prequel“ und liefern ein wirklich gelungenes Pop-Album ab.

Ja, Pop. Denn seien wir mal ehrlich, Doherty pflegt zwar einen Lebensstil, der möglichst Punk schreien soll, doch im Grunde ist er schon immer auf der Suche nach einer gewissen Pop-Formel, mit der der Künstler und Perfektionist einen Song für die Ewigkeit kreieren will. In seiner Vorstellung gehört dazu viel Energie, die er in die Songs packt und eine gewisse Rotzigkeit. Der Opener „Fireman“ bringt das in weniger als zwei Minuten auf den Punkt. Ein Stück in wunderbarer Punk-Tradition mit eingängigem Refrain und unterhaltsamer Melodie, der direkt Lust auf mehr macht.

Es folgt die Single „Nothing Comes To Nothing“. Ein gut gelaunter Popsong mit cleverem Spannungsbogen und verträumtem Refrain. Ein Stück, das jetzt schon das Zeug zum Bandklassiker hat und auch an die guten alten The Libertines Zeiten erinnert. In der Folge wechselt die Band immer wieder zwischen den Genres. „Farmer’s Daughter“ bietet eine gewisse Slackernote und hätte so auch von Pavement stammen können. „Fall From Grace“ bietet eine klassische Brit-Pop-Note und lädt zum tanzen ein. Der Titeltrack „Sequel To The Prequel“ bietet dann eine klassische Country-Note und beschwört Bob Dylan. In der Folge lässt die Band dann etwas nach bietet neben ein paar tollen Rockmomenten und netten Balladen, wie „Penguins“ auch jede Menge Füllwerk mit Ska- und Reggae-Elementen. Und hier zeigt sich schon, was auch die Vorgänger bewiesen. Die Babyshambles sind keine Band für ein ganzes Album. Sie bieten zwar Popsongs, die teils für die Ewigkeit gemacht sind, doch dazwischen sind sie unberechenbar und gefallen sich in simplen Posen, ganz wie ihr Frontmann eben.


Babyshambles – Nothing Comes To Nothing on MUZU.TV.

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    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:06 pm

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