Rezensionen

Au Revoir Simone – Still Night, Still Light

Drei Mädels, die verhuscht hinter ihren Keyboards stehen, ab und zu einen schüchternen Blick ins Publikum werfen und im Chor singen. So erlebten wir Au Revoir Simone 2007 zum Release ihres Albums „The Bird Of Music“ bei einem Konzert im niederländischen Utrecht. Ob das Trio aufgrund des Erfolges nun etwas extrovertierte geworden ist, wissen wir leider nicht, nimmt man ihr neues Werk „Still Night, Still Light“ als Anhaltspunkt denkt man eher ans Gegenteil. Die Grundstimmung ist nämlich viel dunkler und leiser als noch auf dem Debüt. Der Grundsound ist allerdings der gleiche geblieben. Will heißen, drei Keyboards, Elektrosounds und abwechselnder Gesang.

Dabei steht nun der Gesamtsound im Fokus, denn anders als bei „The Bird Of Music“ wirkt das Album nun wie aus einem Guss. Harmonieselig und Elfen-, nein beinahe sogar Sirenenhaft spielen sie sich so durch 45 Minuten Elektropop, der bei ihnen nie kühl klingt, sondern immer warm und direkt. Musik, die wirkt, als käme sie aus Island und nicht gerade aus New York, die den idealen Soundtrack liefert, um nach einer durchfeierten Nacht einfach einmal runter zu kommen, oder in einer hektischen Woche zwischendurch kurz abzuschalten. 12 Songs, in denen sich das Trio mit seinen sanften liebreizenden Stimmen verträumt und nachdenklich durch die Songs manövriert. Melodien die zuckersüß aufeinandergeschichtet werden und dichte Geflechte ergeben, stehen stille und minimalistische Sounds entgegen. Damit bilden sie den zurückhaltenden und bodenständigen Kontrapunkt zu den auf die Tanzfläche strebenden Geschlechtsgenossinnen La Roux und Little Boots, die zwar gleiche Zutaten haben, aber diese völlig anders nutzen. Au Revoir Simone streben auch gar nicht auf die Tanzfläche, die schaffen lieber eine seltsam heimelige Atmosphäre, die stellenweise wirkt, wie der perfekte Soundtrack zu Jeffrey Eugenides „The Virgin Suicides“. Scheint auch gar nicht so weit hergeholt, Soundtrack-Erfahrung haben die Drei ja auch schon durch Til Schweiger’s unsäglichen Soundtrack zu „Keinohrhasen“, auf dem sie so etwas wie den seltenen Lichtblick darstellten.

Rating: ★★★★☆
Au Revoir Simone
Daytrotter-Session zum Download
„Sad Song“
„Stars“
„Stay Golden“

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Au Revoir Simone
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