Rezensionen

Au Revoir Simone – Move in Spectrums

Au Revoir Simone - Move In Spectrums

Als die beiden jungen Brooklyner Mädels Erika Forster und Annie Hart zusammen mit ihrer Freundin Heather D’Angelo die Band Au Revoir Simone gründeten, hätten sie vermutlich selbst nicht gedacht, dass man sie zehn Jahre später immer noch gemeinsam Musik machen und ihr viertes Album veröffentlichen. Aber man weiß eben nie, was die Zeit so für einen bereithält. Der Zeitgeist meinte es gut mit der Band.

Der große Durchbruch blieb ihnen zwar stets verwehrt, doch reicht es nach wie vor für Tourneen rund um die Welt mit angemessen großem Publikum in Köln, Paris und London und Platzierungen ihrer Songs in Serien wie Grey’s Anatomy, The L Word, Ugly Betty und sogar dem Kinofilm Keinohrhasen.

Au Revoir Simone nun also im zehnten Jahr des Bestehens sein viertes Album und macht im Grunde genau da weiter, wo sie auf „Still Night, Still Light“ aufgehört haben. Nämlich bei Synthie- und Keyboard-geschwängerten Stücken mit teils längeren Instrumentalpassagen und traumwandlerischem Gesang des Trios.

Damit offenbaren Au Revoir Simone auch direkt wieder ihre Stärke. In den letzten zehn Jahren kamen und gingen zahlreiche Trends. Die sozialen Medien hypten zunächst auf Myspace und heute auf Facebook eine Band nach der anderen und Au Revoir Simone schauten vom Rand zu, während sie sich eine treue Gefolgschaft aufbauten. Sie hätten beim Dream-Pop-Hype um Slumberland Bands, wie The Pains Of Being Pure At Heart eigentlich richtig profitieren können, doch ließen sie sich nicht drauf ein und schraubten weiter an ihrem Sound. Die Fans dankten es ihnen mit großer Treue und Au Revoir Simone profitieren davon, weil ihr Sound heute reifer denn je klingt. „Move In Spectrums“ bietet wattig warm wabernde Soundwände, über denen der Gesang des Trios wunderschön schwebt und den Hörer in den Bann zieht. Komplexe Songstrukturen treffen auf einen Hang zu süßlichen Popmelodien und sorgen für eine spannende und gleichzeitig hypnotische Reise durch den Soundkosmos der Band, die vielleicht in weiteren zehn Jahren immer noch zu dritt auf der Bühne hinter ihren Keyboards und Synthies stehen und luftige Klänge durch die Clubs schweben lassen.

Au Revoir Simone live

30. September, Berlin, Berghain

Facebook // Myspace // Website // Label

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