Rezensionen

Astrid Swan – From The Bed And Beyond

Astrid Swan – From The Bed And Beyond

Beim Namen Astrid Swan denkt man jetzt zunächst nicht an Finnland, sondern eher an die britischen Inseln. Doch Astrid Swan stammt dann doch nicht aus der Musikmetropole London, sondern aus der finnischen Hauptstadt Helsinki. Dort ist sie in der Kulturszene umtriebig, schreibt Theaterstücke und macht nun schon seit einigen Jahren Musik. Dabei erlebte sie 2014 einen radikalen Einschnitt.

Einige Zeit nach dem Release ihres Albums wurde bei ihr Brustkebs diagnostiziert und sie sah sich plötzlich damit konfrontiert, sich mit einer schweren Krankheit und vielleicht auch dem Tod auseinandersetzen zu müssen. Ein schwerer Kampf und einschneidende Gedanken, die Astrid Swan nun in ihrem neuen Album „From The Bed And Beyond“ verarbeitete. Sie selbst sagt: „It is an album about the aftermath of breast cancer. It is about the body; giving birth, becoming a mother, then becoming a patient – becoming a physical body that is defined by medicine, controlled and intervened, unknown and simultaneously more feeling than ever. It’s a pop record about loss, death, grief and hope.“

Insbesondere die Hoffnung ist ein bedeutender Aspekt, der in „From The Bed and Beyond“ immer wieder durch kommt. Im Opener „Maija’s Song“ zeigt sich Astrid Swan zunächst mit nicht viel mehr, als einem Piano und ihrer klaren Stimme verletzlich. Der nach ruhigem Intro dramatisch aufgeschichtete Gesang zeigt dabei noch die Verletzlichkeit und Nachdenklichkeit der Sängerin. Doch schon mit dem sich langsam auftürmenden „A Long Time Running“ kommt auch die Stärke der Sängerin durch. Ein Stück, das an eine Mischung aus dem frühen Patrick Wolf, Bat for Lashes und Dear Reader erinnert. Ein Vergleich, der auch in der Folge häufiger durch den Kopf schwirrt. Schließlich allesamt Musiker, die sich musikalisch im Bereich Pop mit einem starken Singer-Songwriter-Einschlag und einem großen Hang zu allerlei experimentellen Sounds – gern auch elektronischer Natur – bewegen.

Im Fall von Astrid Swan bedeutet das auch, dass sie ihre Songs immer wieder durch Streicher anreichert sowie Blasinstrumente, die den Stücken eine hellere Note verleihen. Quasi wie die Hoffnungsschimmer, die der Musikerin durch ihre schwere Krankheit geholfen haben. So singt sie in „Song Of Fear“ zwar über düstere Themen, ein heller Chor, ihre sanfte Stimme und luftige Sounds zusammen mit dezentem Bläsereinsatz zeigen aber schon, dass die Musikerin diese Ängste lange überwunden hat. Das klingt in dieser Beschreibung alles ein wenig kitschig, das lässt sich aber leider auch des öfteren über das Endergebnis sagen. Hier und da leidet die Sängerin ein wenig zu kunstvoll, baut in der Bläsersection ausgerechnet ein Saxophon ein und driftet ab und zu in einen gemächlichen Stehblues ab. Die häufigeren Ausbrüche und die fesselnde Art von Astrid Swan ihre Geschichten zu erzählen, lassen diese kleinen „Störfaktoren“ dann aber auch nur zu Randerscheinungen und „From The Bed and Beyond“ zu einer der ersten kleinen Überraschungen des Jahres werden.

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