Rezensionen

Asobi Seksu – Hush

Asobi Seksu haben sich an einen Dreijahres-Rhythmus gewöhnt und so erscheint nach 2003 und 2006 nun das dritte Album der Band, das auf den Titel „Hush“ trägt und tatsächlich ganz dem Namen nach etwas stiller daher kommt als seine Vorgänger. Als die Band noch als Support der Editors die Nachbarn der Kulturkirche in Köln verärgerten waren sie so laut, dass selbst Yuki Chikudate’s typisch japanisch hoher Gesang unter Gitarrenwänden und Synthiekrach verschwand. Der macht jedoch einen großen Teil des Charmes der Band aus und rückt nun noch stärker in den Vordergrund, so dass sich Chikudate stimmlich in bester Japano- und Dream-Pop-Manier in unerreichte Höhen empors(chw)ingt.

Unterlegt wird ihre Stimme größtenteils nur noch durch sanfte Synthieteppiche, hintergründiges Gitarrenspiel, ein unaufdringlich dahintrottendes Schlagzeug und viele Effekte. Die lauten Gitarren und Feedbackgewitter sind beinahe vollständig verschwunden, was nicht bedeutet, dass die Gitarre nicht dennoch mal in den Vordergrund treten darf, wie etwa bei „In The Sky“ und „Me & Mary“. Aber vor allem ist da eben diese Stimme, die in hoher Tonlage ihre Texte vorträgt, sich träumerisch in die Höhe erhebt und den Hörer ersucht, sich in eine Wolke weicher Dream-Pop-Decken einlullen zu lassen. Sich darauf einzulassen dürfte sich nicht schwer gestalten, denn zwischen Twee, Dreampop und Ambient-Musik bietet „Hush“ viele spannende Momente, denen man immer gerne lauscht. Spätestens mit ihrem Drittwerk haben sich Asobi Seksu nun also eine Nische gesucht, in der die My Bloody Valentine Vergleiche endgültig der Vergangenheit angehören dürften.

Video zu „Me & Mary“

Interview // Myspace // Label // Überzahl

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