Rezensionen

Ásgeir – In The Silence

Ásgeir - In The Silence

Mit seinem in Island mehrfach ausgezeichneten Debüt-Album „Dýrð í dauðaþögn“, das im September 2012 erschien sorgte Ásgeir Trausti Einarsson auf dem letztjährigen Haldern Pop Festival für eines der Überraschungssets. Uns wurde das Album hier in Deutschland zu jenem Zeitpunkt dennoch komplett vorenthalten. Jedoch nicht, weil sich kein Label trauen würde Ásgeir auch hier zu veröffentlichen, sondern weil er für sein Label One Little Indian das Album auch extra noch einmal auf englisch eingesungen hat, um seine Songs einer noch größeren Masse zugänglich, bzw. verständlich zu machen. Dafür gab sich der junge Isländer viel Mühe und ließ sich bei der Übersetzung unter anderem von John Grant helfen, der ebenfalls letztes Jahr auf dem Haldern Pop Zu Gast war.

Eineinhalb Jahre nach dem Release in Island erscheint „In the Silence“ dann jetzt auch endlich bei uns und wurde schon vor einer Weile durch die Single „Torrent“ angekündigt. Ein Stück, das eine erstklassige Mischung aus Electronica, Indie-Pop und Folk bietet und vor allem von Ásgeir’s klarer Falsettstimme lebt, die er gekonnt einsetzt und durch die sich das Stück irgendwo zwischen James Vincent McMorrow und Bon Iver platziert.

„Torrent“ ist jedoch auch ein gutes Beispiel dafür, wie sehr einzelne Singles die Wahrnehmung eines Künstlers beeinflussen können. Wer auf „In The Silence“ nämlich noch mehr ähnliche Stücke mit druckvollen Drums und nach vorn preschender Melodie erwartet, dürfte erst einmal enttäuscht sein. Der Opener „Higher“ zeigt nämlich gleich, wonach Ásgeir wirklich der Sinn steht. Der Isländer präsentiert auf „In The Silence“ Stücke mit deutlichen Soul-Anleihen und Elektro-Pop-Elementen, die sich häufig ruhig entfalten. Mal poppiger und in mittlerem Tempo, wie beim Titeltrack, der auch vom letzten Volcano Choir Album stammen könnte, mal ein wenig mehr in Richtung Discosounds, wie bei „King and Cross“ und häufig ruhig und balladesk wie beim besinnlichen „Was There Nothing?“. „In The Silence“ ist gut gemachter Pop mit leicht gewöhnungsbedürftigem Falsett, der leider weniger aufregend ist, als der Wind, der um ihn gemacht wird. Dennoch lässt sich zumindest sagen, dass Ásgeir damit das bessere zweite James Vincent McMorrow Album gelungen ist. Über die eigene Identität des Künstlers sagt das jedoch wohl eher nur wenig.

Facebook // Website // Label

Musik von Ásgeir bei Amazon.de kaufen

Discussion

  1. […] Grant helfen, der ebenfalls letztes Jahr auf dem Haldern Pop Zu Gast war. Vor kurzem erschien das “In The Silence” betitelte Werk nun auch bei uns. Auf ganzer Länge konnte Ásgeir damit jedoch nicht […]

    Posted by Ásgeir – neue B-Seite “Dreaming” im Stream | WhiteTapes | März 4, 2014, 4:45 pm

Archive