Rezensionen

Arctic Monkeys – AM

Arctic Monkeys - AM

Denken wir an die Arctic Monkeys, denken wir natürlich zwangsweise an ihren Frontmann Alex Turner, der inzwischen so sehr zum Gesicht der Band geworden ist, dass die restlichen Mitglieder beinahe irrelevant für das Bandbild wirken. Und denken wir an Turner, haben wir nach wie vor diesen gerade einmal 20 Jahre alten britischen Bubi vor Augen, der auf Konzerten in Sheffield und Umgebung Demo-CDs mit seiner Band verkaufte und vor 8 Jahren dann über Myspace erstmals Bekanntheit erlangte, weil Fans eigenmächtig ein Profil einrichteten und die Songs dort hochluden. Ein Glücksgriff, denn als die Band gerade begann bekannter zu werden und sich um ein Label bemühte gab es keinen wirklichen Trend, in dessen Fahrwasser die Band hätte mitschwimmen können. So machten NME und die restliche Welt sie zur Myspace-Sensation und die Arctic Monkeys zu Vorreitern einer Bewegung. Nun, sieben Jahre nach dem Debüt, das 2006 erschien, veröffentlichen Arctic Monkeys bereits ihr fünftes Album. Und die Band ist immer noch jung. Frontmann Alex Turner ist jetzt 27 Jahre alt und mittlerweile natürlich ein gereifter Songwriter. Ihr fünftes Album haben Arctic Monkeys schlicht „AM“ getauft und an den Reglern nahm wieder einmal James Ford Platz, der die Band bereits seit ihrem zweiten Album „Favourite Worst Nightmare“ begleitet.

Alles beim Alten also bei den vier Musikern von Arctic Monkeys? Ein klares Ja. Schon der Opener bietet die gewohnte Verquickung rauer Sounds mit leicht nölig rotzigem Gesang von Alex Turner. Der erzählt lässig seine kleinen Geschichten, singt mal in Kopfstimme und rotzt die Lyrics hin. „R U Mine“ ist eine dieser typischen Arctic Monkeys Rocksongs, die viel Energie bieten und ordentlich nach vorn preschen.

Ein Problem der Arctic Monkeys wird allerdings auch schnell wieder offensichtlich. Handwerklich und vom Unterhaltungsfaktor gibt es zwar sicherlich nichts an „AM“ auszusetzen, doch geht es uns mit dem Album wie schon mit den Vorgängern. Der Band gelingt es einfach nie ein wirklich packendes Element zu bieten. Alles wirkt zu gleichförmig, nach dem üblichen Erfolgsmuster des Quartetts aus Sheffield gestrickt und gefällt sich in seiner typischen Brit-Rock-Attitüde, die Tiefe und nachhaltige Elemente vermissen lässt. Faktoren, aus denen man sich das Album auch Jahre nach dem Release anhört und die andere britische Alben aus dem letzten Jahrzehnt, wie „Up The Bracket“, „A Certain Trigger“ und „Silent Alarm“ zu Klassikern der britischen Musikgeschichte gemacht haben. Dieses Arctic Monkeys Album wird dann auch sicherlich wie seine Vorgänger auf Platz 1 der britischen Charts landen, doch die Band im Zweifel ebenso sicher vergessen werden, wenn sie nicht in zwei Jahren bereits den Nachfolger präsentiert. Doch das wäre auch nicht schlimm, mit der Solo-Karriere von Alex Turner dürfte es im Anschluss dennoch klappen und vielleicht hätte er allein es ja auch drauf, einen Klassiker der britischen Musikgeschichte zu schreiben.

Arctic Monkeys auf Tour (Support: The Strypes)

04. November 2013, Stadthalle, Offenbach
05. November 2013, Columbiahalle, Berlin
11. November 2013, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf
12. November 2013, Zenith, München

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    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:05 pm

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