Rezensionen

Apparat – The Devil’s Walk

Ein Gedicht des britischen Romantikers Percy Shelley diente dem Berliner Elektro-Frickler als Inspiration für sein neuestes Album. Die Faszination für den Tod ereilte Ring in Mexiko, wo er mit einigen Mitstreitern mit seinem zu einer Band gewachsenen Projekt Apparat das Album „The Devil’s Walk“ einspielte. Dort wird um Allerheiligen der Día de los Muertos gefeiert und auch sonst ist er allgegenwärtig und ganz normaler Bestandteil der mexikanischen Kultur. Inspiriert von diesem Umgang mit dem Tod schrieb er elegische Songs über die Vergänglichkeit, den Verlust und des Verlorenseins.

Dabei ließ er auch gleich das elektronische Soundgefrickel seiner Vergangenheit in Deutschland und schrieb gemeinsam mit seiner Band organische Band-Songs, die auf ausladenden Soundteppichen aufbauen, sich viel Zeit zum wachsen nehmen und mit jedem Hördurchlauf neue Facetten erschließen lassen. Dabei erschafft Ring dunklen Dreampop, der an Bands, wie The Notwist, Kyte, Sigur Rós, Soap&Skin und natürlich auch die Soundeskapaden von Radiohead erinnert. Gerade letztere schwingen in jeder gesungenen Note von Ring mit, da er stimmlich nun einmal sehr an Thom Yorke erinnert. Und auch die Referenz an Anja Plaschg, alias Soap&Skin kommt nicht von ungefähr, steuerte die zwanzigjährige Österreicherin, die vor zwei Jahren ihr faszinierend schönes Debüt „Lovetune for Vacuum“ veröffentlichte ihre Stimme doch ebenfalls auf dem Album bei. Da ist Gänsehaut garantiert, wie eigentlich auf dem gesamten Album, das eine herrlich verträumte Stimmung bietet, in deren düstere Themenwelt man immer wieder gerne eintaucht.

Facebook // Homepage // Label

Discussion

Comments are closed.

Archive