Rezensionen

Antony & The Johnsons – Swanlights

Es gibt sie – die Musik, die schwer verdaulich ist. Jedoch nicht aufgrund von Einfallslosigkeit oder Plastikpopsymptomen, wie sie Landauf, Landab in den Charts zu finden ist. Nein, vielmehr schwer verdaulich, weil der Zugang zu ihr sehr viel Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft beim Hörer voraussetzt. Kritiker überschlagen sich dann zumeist vor Lob – gilt diese Art von Musik doch meist als intellektuell und verweist auf einen bestimmten Anspruch, der vermittelt werden möchte. Doch was passiert, wenn man keinen Zugang zur Musik findet? Ist man dann nicht intellektuell genug?

Dies war die Frage, die ich mir stelle, nachdem ich Antony & The Jonsons mehrmals hintereinander anhörte. Ich hörte „Swanlight“ mehrmals hintereinander, doch so recht kamen wir nie auf einen Nenner. Keine Frage, es ist großartig arrangiert. Das wunderschöne Pianospiel und der Einsatz von Streicher – es passt. Jedoch erzeugt Sänger Antony Hegarty eine solche verzweifelte, ja zerbrechliche Stimmung, dass es einem irgendwann zuviel wird. Das Leben ist ja durchaus schön und nicht nur traurig, schlimm und grausam. Vielleicht sollte jemand es ihm nur einfach mal mitteilen. Selbstverständlich gibt es jede Menge Leute, die seine Musik – wahrscheinlich auch zu Recht – in Begeisterungsstürme versetzte. Für meinen Geschmack ist es eine Spur zu depressiv, was jedoch auch an der sehr gewöhnungsbedürftigen Stimme von Hegarty liegen könnte.

Merke: Das Empfinden von Musik ist sehr subjektiv – und das ist auch gut so.

Rating: ★★☆☆☆
Antony & The Johnsons

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