Rezensionen

Anna Leong – Terrorarium

Anna Leong sind Meister der Täuschung, denn hinter dem Namen versteckt sich keine Singer-Songwriterin, wie einen der Name erst einmal glauben macht. Glücklicherweise versteckt sich hinter dem Plattencover auch keine schwedische Punkband, wie man auf den ersten Blick vermutet.  Schweden ist aber schon einmal korrekt. Genau genommen Umea, im nördlichen Teil Schwedens. Da haben sich 2003 vier junge Herren zusammen gefunden, um Popmusik zu spielen und nun auch den Schritt aus Schweden zu wagen. Und von Popmusik verstehen Schweden natürlich so einiges, diese Tradition wollen Anna Leong fortsetzen.

Nicht alles in Schweden ist eitel Sonnenschein. Es gibt auch eine dunkle Seite, versuchen uns zumindest Anna Leong mitzuteilen. Terrorarium, furchteinflößender Titel des zweiten Albums mit noch gruseligerem Cover. Der böse, fies rein blickende Alligator lechzt nach dem kleinen niedlichen Hasen. Entwarnung darf hier gegeben werden, der Hase leidet nicht. Genauso wenig wird der Hörer in Schwierigkeiten kommen. Die vier Schweden beweisen in bester Rocktradition mit dem gewissen Pop-Appeal, dass aus Schweden nicht nur die größten Rock and Roll Bands kommen (man sehe von Mando Diao ab), sondern auch andere Genres gut besetzt werden können. 11 Songs stark ist das Europadebüt der vier jungen Schweden. Bereits 2005 veröffentlichten sie ihr Debut „After the Forest Fire“ und ernteten viel Applaus. Nun wagt der zweite Longplayer einen Schritt weiter und sucht nach Anerkennung in Europa. Ihre Songs handeln von Armut, von Kindesmissbrauch und dem Leben in der Vorstadt. Pop mit einem Hang zur Melancholie. Es sind keine Songs, die beim ersten Hören den Weg ins Ohr finden. Zwei, drei Anläufe muss man Ihnen schon gewähren um sich zu entfalten können. Wilde Orgeln, schrille Xylophone sorgen dennoch dafür, dass das Interesse geweckt wird und sie nicht schnell den Weg zu den Fehlkäufen findet. Hat man sich eingehört, bemerkt man die Leichtigkeit, mit der die Songs schweben und man kann sich besser reinversetzen. Leichter wird das Leben dadurch nicht, aber zumindest für eine kurze Zeit ein wenig annehmlicher. Ich bin mir sicher nicht zum letzten Mal was von Anna Leong gehört zu haben. Vielleicht erfahren wir dann auch bald, wie es zwischen Alligator und Hase zu ende geht.

Video zu „Frightened Eyes“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=eEs8_Br7FdY

Myspace der Band

Anna Leong im Revolvershop

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