Rezensionen

Angil + Hiddntracks – Ouliposaliva

angilhiddntracksUm das zweite Album von Angil & The Hiddentracks zu verstehen bedarf es erst einmal ein wenig Hintergrundwissen. „Oulipo“ ist eine Abkürzung für „Ouvroir de littérature potentielle“, einer französischen Literatenbewegung der 60er Jahre, die sich für ihre Projekte immer Selbstbeschränkungen auferlegte. Georges Pérec, eines der Mitglieder veröffentlichte in diesem Rahmen den Roman „La Disparition“, in dem er vollständig auf den Buschstaben „E“ verzichtete. Das ist nun auch die Idee hinter dem Album „Ouliposaliva“. Angil & The Hiddentracks verzichten hierbei nicht nur vollständig auf den Buchstaben „E“ in ihren Texten, sondern auch vollständig auf die Note „E“.

Letzteres muss man wohl einfach als gegeben hinnehmen, da sich die Prüfung hier sehr schwer gestaltet, wenn man nicht gerade selbst ein Instrument spielt, bei den Lyrics findet sich allerdings wirklich nicht ein „E“ im Textbuch. So viel also zur Geschichte hinter dem Album, aber wie klingt so etwas? Verschroben wie die Geschichte dahinter. Aber das ist vermutlich noch untertrieben. Das Album wurde komplett auf einem leicht verstimmten Klavier von 1904 geschrieben. Dazu gesellen sich noch Trompeten, ein Saxophon und sanfte Geigen, untermalt von Mickael Mottet’s (Kopf hinter Angil) leicht leierndem Gesang. Die Anfangs eingesetzte Gitarre fehlt nach ein paar Tracks völlig. Aus dieser Mischung entwickeln sich Soundgebilde zwischen Folk, Chanson, Indie-Pop, Hip-Hop und Indie-Rock. Alles andere als leichte Kost also, insbesondere, da der Kunst-Aspekt bei den besten Tracks noch sehr dezent hintergründig, bei vielen Tracks zu gewollt in den Vordergrund gerückt wurd. Ein verschrobenes Album also, das gewiss seine Liebhaber finden wird.

Video zu „Narrow Minds“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=43WYO1yFAmM&e

Myspace der Band
Angil & The Hiddentracks bei Chemikal Underground Records

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