Rezensionen

Amazing Baby – Rewild

Amazing Baby sind eine junge Band aus Brooklyn, einem der fruchtbarsten New Yorker Stadtteile, zumindest was Newcomer-Bands angeht. Das besondere an der Szene in Brooklyn ist, dass es keinen wirklichen Brooklyn-Sound gibt, jede Band macht hier das, was sie möchte. Das geht vom Dream-Pop von Asobi Seksu bis zum Dance-Sound von MGMT. In diesem Wirrwarr an Einflüssen gründeten sich im vergangenen Jahr Amazing Baby und legen nun schon ihr Debüt „Rewild“ vor. Ein rasantes Tempo also für diese junge Band.

Das hat aber scheinbar vor allem einen Grund, denn das Quintett um Keyboarder Will Roan und Gitarrist Simon O’Connor hat sich direkt in den Windschatten von MGMT geschlagen und setzt zum Überholen an. Dazu bedienen sie sich eines 15köpfigen Orchesters, dem Acid-Rock von T-Rex, jeder Menge Prog-Rock, Psychedelic und ein wenig Beach Boys. Das klingt dann stellenweise überdreht, wie David Bowie auf Ecstasy und macht sich im Opener „Bayonets“ auch ganz launig und absolut tanzbar. Auch am Bombast hat das Quintett viel Freude und bauscht manche Songs zu riesigen hallenden Rockopern auf, die wirken, als würden MGMT die Rocky Horror Picture Show inszenieren wollen. Die Ideen stimmen soweit und auch die Kompositionen könnten bunter nicht sein, nur der letzte Funke Eigenständigkeit und auch Eingängigkeit fehlt. Denn durch die vielfachen Einflüsse und die völlig überladenen Stücke verliert die Band sich viel zu häufig in Hall und Feedback, statt die Melodien zur Entfaltung kommen zu lassen und eine eigene Note hinzuzufügen. So klingt alles häufig trotz guter Grundtendenzen sehr beliebig und mehr nach den Einflüssen, als nach etwas wirklich Neuem.

Rating: ★★½☆☆
Amazing Baby
Das ganze Album im Stream auf der Homepage der Band

Video zu „Headdress“

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