Rezensionen

Albert af Ekenstam – Ashes

Albert af Ekenstam - Ashes (Photo by: Dan Isaac Wallin)

Vergänglichkeit ist ein allgegenwärtiges Thema in der Kunst. „Vanitas“ heißt das in der jüdisch-christlichen Lehre – was den Namen der Zeitschrift Vanity Fair wohl ein wenig zynisch erscheinen lässt – und dieser lateinische Name deutet schon darauf hin, dass es schon immer aktuell war. Der in Schweden lebenden Däne Albert af Ekenstam hat sich diesem Thema auch auf seinem Debüt „Ashes“ angenommen. Er kennt sich nämlich auch durchaus damit aus, ist sein Post-Rock Projekt Tempel nach einem kleineren Hype in seiner Heimat doch zugrunde gegangen. Zusätzlich ließ sein Durchbruch als Solo Singer-Songwriter lange auf sich warten, obwohl Ewert and the Two Dragons auf ihrem zweiten Album „Good Man Down“ seinen Song „Falling“ mit großem Erfolg gecovert haben.

Nach diesen kleinen bis großen Misserfolgen, erscheint nun also auch in Deutschland mit „Ashes“ das erste Solo-Album von Albert af Ekenstam. Der Titel, wie das Cover und die Referenzen Nick Drake und Elliott Smith, die in der skandinavischen Presse mit ihm verbunden werden, deuten Vergänglichkeit an.

Mit dem Thema Vergänglichkeit einhergehend, sind auch die Stücke auf „Ashes“ alles andere als jubilierend. Vielmehr gibt es hier einen Singer-Songwriter der alten Schule „Nordic Blues“. Nur zu akustischer oder wahlweise elektronischer Gitarre singt hier ein junger Mann mit ein wenig Hall und Delay über verflossene Lieben und die Unwägbarkeiten des Alltags. Dabei erinnert Albert af Ekenstam, ein wenig an Jonas Bonnetta, alias Evening Hymns, und Kristofer Aström. Zu sanft gezupften Gitarrenklängen sinniert der Musiker über das Vergangene, blickt dabei in seinen Songs 20 („1996“) und zehn Jahre („2006“) zurück, setzt sich mit Kontrasten auseinander („Walking“ / „Falling“) und weiß mit den wenigen genannten Mitteln über zehn Songs und 41 Minuten immer zu fesseln. Das gelingt nur wenigen Singer-Songwritern und noch weniger Newcomern. Da kann man erst Recht gespannt sein, was uns erwartet, wenn Albert af Ekenstam nach „Vanitas“ das damit häufig einhergehende „Memento Mori“ (Stichwort: „Carpe Diem“) entdeckt.


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Photo by: Dan Isaac Wallin

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