Rezensionen

Ajimal – Childhood

Ajimal - Childhood

Mehr als dreieinhalb Jahre sind mittlerweile vergangen, seit der Nord-Engländer Francis O’Hanlon, alias Ajimal, seine erste Single „Footnote To Love (Part One)“ nebst B-Seite „Amputated Years“ veröffentlichte. „Footnote To Love (Part One)“ wurde auch damals bereits als erster Vorbote auf das bevorstehende (Mini-)Album „Childhood“ bezeichnet. Ein Konzeptalbum, das er zusammen mit Mick Ross (ehemals Frankie & The Heartstrings Mitglied und mittlerweile Produzent für Tessera Skies, High Tide 15:47, Child und mehr) produzierte. Ihr könnt euch also sicher schon denken, dass „Childhood“ schon eine Weile fertig ist, doch der Zeitpunkt zum Release passte für Fran wegen Studium und anderen Dingen leider nie. Das hat sich nun geändert und endlich erblickt das Album das Licht der Welt. „Childhood“ ist ein Konzeptalbum, in dem es nicht nur um das Thema „Kindheit“ geht, sondern auch die Übergangsphase im Leben, in der man nach Schule und Studium ins Berufsleben übergeht. Jene Phase, in der man laut Fran merkt, das man nirgendwo richtig reinpasst. Man ist nicht mehr der „Schüler“, bzw. das „Kind“, das man zuvor war, man ist aber auch noch nicht in der „Erwachsenenwelt“ angekommen. Viele Menschen sehnen sich in dieser Phase zurück in die unbeschwerte Kindheit und das möchte Fran auf „Childhood“ widerspiegeln.

Auf dem Album hat er insgesamt 50 verschiedene Musiker versammelt, mit denen er in verschiedenen Kirchen und Studios im Nord-Osten Englands die sieben Stücke eingespielt hat. Ergänzt um Field Recordings und diverse selbst gesammelte Samples, entstand dann unter der Regie von Mick Ross in dessen Studio der fertige Mix. Eröffnet wird „Childhood“ von „Footnote To Love (Part One)“ und „Footnote To Love (Part Two)“. Ersterer ein sich immer weiter auftürmender Song mit fesselnden Gitarrenakkorden, der gepaart mit dem markant emotionalen Gesang von Fran O’Hanlon die ungestüme Seite der Kindheit zeigt. „Footnote To Love (Part Two)“ ist quasi der Nachhall dieser Erinnerungen aus der Sicht des Erwachsenen. Die Melodie von Teil 1 wird auf einem drängenden Klavier gespielt und drängt sich langsam aus dem Hintergrund nach vorn. Der Gesang ist dramatisch hallend und wiederholt den Kernrefrain von Teil 1. Das folgende „Apathy / Apatheia“ vereint die Gegensätze der beiden Opener dann auch direkt in einem Song. Das Stück bietet eine berührende Klaviermelodie, fesselnde orchestrale Klänge und vor allem den Gesang von Fran O’Hanlon, der mit seiner klaren Stimme jedes Wort vorträgt, als würden ihn die gesungen Erinnerungen in eben diesem Moment wieder übermannen. Das erschafft eine dichte Gänsehautstimmung, die einen mit jedem Hören wieder überkommen.

Die Albummitte kommt mit „Nothing Touches Me“ und vor allem dem luftigen „Goudougoudou“, bis auf kleine Bombastausbrüche, besonders ruhig daher. Hier spürt man den angesprochenen emotionalen Transfer, den der Sänger beschreiben möchte, besonders gut. Kurz bevor das Album mit „When We Were Children“ sein viel zu frühes, und ein besonders nachdenkliches, Ende findet, sorgt der Interlude „-“ für einen gekonnten Bruch. „When We Were Children“ ist ein ebenso sinnierender Song, wie „Goudougoudou“. Spärlich instrumentiert und mit butterweichem Gesang, der direkt ins Herz trifft und nicht nur zur Erkenntnis führt, dass sich das Warten auf „Childhood“ mehr als gelohnt hat, sondern auch den Wunsch weckt, bald noch viel mehr Ajimal Alben hören zu dürfen. Dann vielleicht ja auch mit einer kürzeren Wartezeit.

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Photo by Ian West

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