Rezensionen

A Mote Of Dust – A Mote Dust (s/t)

Craig B. – A Mote Of Dust

Man kann ohne Frage behaupten, dass Craig B. zu den einflussreichsten Musikern der schottischen India-Szene gehört. Seit nunmehr zwanzig Jahren ist er in verschiedenen Bands aktiv und veröffentlichte – immer mit Mitstreiter Iain Cook an seiner Seite – zunächst mit Ganger, dann mit Aereogramme, zahlreiche Alben, die großen Einfluss auf viele Post-Rocker, Shoegazer und vor allem Dream-Popper hatten.

Nach dem Ende von Aereogramme, tat er sich direkt wieder mit Iain Cook zu dem Projekt The Unwinding Hours zusammen, mit dem er weitere zwei Alben veröffentlichte, die das Duo eine Spur zurückgelehnter und verträumter zeigten, als bei den Vorgängerbands.

Die Gesten blieben dennoch groß, die Soundwände jedoch nicht, die wichen Klangsphären mit großer Weite, in der sich der Hörer wunderbar verlieren konnte. Derzeit liegen The Unwinding Hours auf Eis, da Iain Cook als Mitglied des Trios CHVRCHES (bei dem auch das ehemalige The Twilight Sad Mitglied Martin Doherty vertreten ist) seit 2011, mit mittlerweile zwei Alben, weltweit Erfolge feiert.

Craig B. nutzte die Zeit, um als A Mote Of Dust sein erstes, ebenso betiteltes, „Soloalbum“ zu veröffentlichen. Wobei das Wort solo natürlich wie immer relativ zu sehen ist. Neben Langzeitkollaborateur Graeme Smillie am Piano, fand sich auch mit Paul Savage als Produzent ein alter Bekannter im Studio ein. Der hat nicht nur mit seiner Band The Delgados ebenfalls nachhaltig die schottische Musikszene geprägt, sondern sich unlängst auch einen Namen als Produzent von The Twilight Sad, Mogwai, Franz Ferdinand, The Phantom Band, Arab Strab, Emma Pollock (seine ehemalige Bandkollegin von The Delgados) und RM Hubbert gemacht.

Gemeinsam hat das Trio elegische Songs aufgenommen, die wie ein Gegenentwurf zu CHVRCHES wirken. Das war aber sicher nicht der Gedanke hinter A More Of Dust, vielmehr lebt Craig B. hier seine Vorstellung von Post-Rock und Dream-Pop aus und liefert seinen Fans eine Ahnung davon, welche Elemente bei alten Projekten von ihm ausgingen und bei welchen Songs er der prägende Kopf war. Die Arrangements auf A More Of Dust sind meist zurückhaltend und getragen von einer tiefen Ernsthaftigkeit. Der Schotte singt mit ruhiger, nachdenklicher Stimme, die von ein wenig Hall untermalt und oft nur von leise gespielten Gitarrenakkorden und spärlich platzierten Pianoklängen begleitet wird. Dabei weckt er Erinnerungen an den im letzten Jahr leider viel zu früh verstorbenen Nick Talbot, alias Gravenhurst, der ebenfalls ein Meister darin war, mit nur wenigen Mitteln mitreißende Geschichten zu erzählen, die liebevoll arrangiert sich in ausufernden Soundlandschaften entfalten. A Mote Of Dust ist einmal mehr ein Beleg für das Talent von Craig B., seine Sensibilität, Detailtreue und eine große Beobachtungsgabe in spärlich instrumentierte, aber ausgefeilte Songs zu kleiden, die einen tief berühren können.

A Mote Of Dust auf Deutschland-Tour

15. Januar 2016, Düsseldorf – Kassette
16. Januar 2016, München – Strom (Plattentests.de Festival mit u.a. There Will Be Fireworks und The Dope)
17. Januar 2016, Stuttgart – Café Galao
19. Januar 2016, Köln – Die Wohngemeinschaft
21. Januar 2016, Chemnitz – Aaltra
22. Januar 2016, Leipzig – Nato
23. Januar 2016, Hamburg – Kleiner Donner
24. Januar 2016, Münster – Fachwerk Gievenbeck

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