Spätestens seit Conor Oberst 2002 sein bisher beeindruckendstes Werk “Lifted, Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ears To The Ground” veröffentlicthe, gilt er als das Wunderkind der Singer-Songwriter Zunft und hat den Ruf eines labilen Sensibelchens. Eine Art juvenile Mischung aus dem Talent von Bob Dylan und der Sensibilität von Kurt Cobain. Die Vergleiche zu Kurt Cobain dürften inzwischen rarer werden, zum Einen, weil Conor anders als Kurt Cobain das 28te Lebensjahr vollendet hat.
Zum Anderen, weil Conor inzwischen erfolgreich den Drogen, in seinem Fall dem Alkohol, abgeschworen hat und nun zufriedener und glücklicher als noch vor fünf Jahren wirkt. Klarer Beleg für diese Zufriedenheit auch, dass er inzwischen mit dem Publikum witzelt, statt es wie 2005 bei der “I’m Wide Awake It’s Morning”-Tour wüst und betrunken zu beschimpfen. Nach den Erfolgen mit den Alben “Lifted, Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ears To The Ground” und “I’m Wide Awake It’s Morning” entdeckte Conor den Mystifizismus für sich, was 2007 deutlichen Ausdruck auf “Cassadaga” fand. Wie eine Art Flucht scheint da die Entscheidung von Conor in die Wüste zu gehen, um ein Soloalbum aufzunehmen. Soloalbum bedeutet bei Conor Oberst aber nicht, dass er ganz allein am Album arbeitet. Auf dem selsbtbetitelten Album, seinem ersten Soloausflug seit 1996, sind viele alte Saddle-Creek Bekannte zu hören. Neben Bright-Eyes Trompeter Nate Walcott geben u.a. noch Jason Boesel (Rilo Kiley) und Maria Taylors Bruder Macey als Mystic Valley Band ihr Können zum Besten. Das Album zeigt Elemente Conor’s frühen Songwritings, die er bei Bright Eyes in dieser Art nicht mehr hätte einbringen können. So wirkt das Album wie eine Art Rückbesinnung auf alte Stärken. Das Wort Stärken kann hier dann auch nicht genug betont werden, denn anders als bei “Cassadaga” gibt es auf Conor’s Soloalbum keine Füller. Da gibt es “UpTempo Folkrocknummern”, wie “I Don’t Want To Die (In The Hospital)” oder “Get-Well-Cards”, die riesig Spaß machen und bewschwingt voranpreschen. Daneben gibt es natürlich auch die gewohnt nachdenklichen, ruhigeren Conor Oberst Songs, wie “Eagle On A Pole”, oder “Lenders In The Temple”, mit an Weltschmerz grenzender Traurigkeit. Der Ruf des Wunderkinds jedoch wird Conor Oberst lange nicht mehr gerecht – denn wer es schafft über mehr als 10 Jahre konstant Alben dieser Qualität und selbstzerstörerischen Ehrlichkeit abzuliefern, zählt zu den ganz Großen!
Video zu “Souled Out!!!”
httpv://www.youtube.com/watch?v=bAUV-aZV-EM
Homepage von Conor Oberst mit Album-Stream
Homepage von Conors deutschem Label Cooperative Music
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