Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und knapp eineinhalb Jahre nach “Turning On”, einer Single-Sammlung auf Albumlänge veröffentlicht Dylan Baldi mit Cloud Nothings nun schon wieder ein Album. “Attack On Memory” ist der Titel und ein Angriff ist es wirklich. Ein stückweit sogar auf das, woran man sich bei Cloud Nothings erinnert. Surf-Sounds, wie noch bei den ersten beiden Langspielern sucht man hier vergebens.
Erst einmal ist da der Sound, der nun deutlich fetter geworden ist. Cloud Nothings ist jetzt nicht mehr LoFi-Garagen-Rock, denn man hört deutlich den Einfluss eines Studios und einer ernst gemeinten Produktion. Das ist aber nicht der Hauptunterschied. Der liegt im Sound. Dylan Baldi scheint nämlich wie wild in den 90ern gewühlt zu haben und hat sich das beste aus dem Grunge-Sound von Nirvana und dem Punk-Verständnis der frühen Green Day geliehen.
Die Gitarren drücken jetzt so richtig und Dylan rotzt seinen Gesang so herrlich, wie nie zuvor. Mit einer herrlichen Scheißegal-Mentalität singt sich Dylan durch die Stücke und bietet in knapp 34 Minuten eine wirklich gekonnte Übertragung der genannten Sounds in unsere Zeit. Und dabei scheißt Dylan auch bei der Anzahl der Songs, die ein Album haben sollte auf die Konventionen und macht nach acht Stücken einfach Schluss. Acht Stücke, die zum fröhlichen rocken einladen. Ideal zum Kopf freirocken und eine willkommene Abwechslung zum bereits ein wenig ausgelutschten alten Cloud Nothings Garage- / Surf-Rock-Sound.
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